Den ersten Schultag erlebt jeder nur einmal

Jahr für Jahr beginnt nach dem Chilbimontag der Ernst des Lebens an der Schule Zollikon von neuem. Voller guter Vorsätze strömen Gross und Klein am Dienstagmorgen dem Schulhaus zu. Lernen ist nun angesagt. Das freut viele, doch am allermeisten wohl die 108 Erstklässlerinnen und Erstklässler.

Kurz vor acht stehen sie alle auf dem Schulhausplatz mit ihren neuen Schultheks und in Begleitung ihrer Eltern. Viele Väter und Mütter lassen es sich nicht nehmen, ihre Kinder an diesem besonderen Tag zu begleiten. Dann läutet die Glocke, die Schulhaustüren werden geöffnet. Die meisten Erstklässler wissen bereits, wo ihr Schulzimmer liegt – haben sie doch vor den Sommerferien bereits mit ihrer Kindergärtnerin die Schule besucht, ihre zukünftige Lehrerin kennengelernt und sich ein erstes Mal mit den damaligen Drittklässlern in die Schulbank gesetzt.

Entsprechend bewegen sie sich cool durchs Schulhaus, suchen ihren Garderobenplatz, packen ihre Finken aus, treten ins Klassenzimmer, sehen sich kurz um und entdecken alsbald ihren Platz mit den nigelnagelneuen und mit Namen beschrifteten Farbstiftschachteln, die auf den Schülerbänken bereit liegen. Rundherum füllen Eltern das Schulzimmer. Der grosse Moment ist da. Der erste Schultag kann beginnen.

«Den ersten Schultag gibt’s für jeden nur einmal», sagt die Lehrerin, «für euch ist er heute!» Und fragt gleich nach: «Wer ist deswegen ein wenig  aufgeregt?» Die Lehrerin meldet sich sofort, die Kinder schauen mehrheitlich unschlüssig und zur allgemeinen Erheiterung melden sich viele Eltern. «Ein wenig aufgeregt dürft ihr schon sein», sagt die Lehrerin an die Klasse gewandt, «heute seid ihr nämlich die Stars der Schule. Wer weiss, was heute morgen für euch geplant worden ist?» Grosse Stille. «Ist keiner und keine da mit älteren Geschwistern? Niemand, dem beim Wort Sonnenblume ein Licht aufgeht?»

Doch! Und so werden die Kinder nun für die bevorstehende Willkommenszeremonie instruiert.

Die ganze Schule empfängt die Neuen gemeinsam

Denn wer heutzutage in Zollikon oder im Zollikerberg  in die Schule kommt, besucht nicht nur eine Schulklasse, sondern wird in die gesamte Schule eingebettet, wird zum Oescher- oder Rüterwis-Kind und deshalb auch entsprechend vom ganzen Schulhaus empfangen.  «Es ist uns wichtig, dass sich jedes Kind in unserer Schule sicher und wohl fühlt», sagen die Schulleiter der beiden Anlagen Esther Knutti und Beat Albonico unisono, «das Willkommensritual  anfangs Schuljahr ist uns deshalb sehr wichtig.»

Im Oescher holen um halb zehn die Zweitklässler die Erstklässler ab und führen sie in die Turnhalle, in der sich bereits alle Schüler und Lehrpersonen der andern Klassen in einem grossen Kreis versammelt haben. Elektronisch verstärkte Gitarrenklänge untermalen den grossen Schülerchor, der nun das Schulhauslied anstimmt, während die Erstklässler feierlich unter einem grossen Papierblumenbogen hindurch in die Mitte des Kreises treten und von den Sechstklässlern mit einer Sonnenblume beschenkt werden. Im Namen des ganzen Schulhauses heisst Esther Knutti die Erstklässler alle namentlich willkommen und wünscht ihnen viel Freude und Erfolg im Schulalltag. Es ist eine kurze,  herzliche Rede,  auf die ein fetziges Lied folgt. Damit ist der Schulalltag mit der grossen Pause und der Verabschiedung der Eltern eingeleitet. Im Schulhaus Rüterwis verläuft das Ritual ähnlich.

Danach gilt es ernst: Erste Regeln werden eingeübt – wortlos aufstrecken, Hochdeutsch sprechen, beim Glockenklang alles weglegen und die Arme verschränken – ein Sichtmäppchen angeschrieben, erste Arbeitsblätter gelöst und die ersten Hausaufgaben erklärt und eingepackt. Viel zu schnell wird’s zwölf. Zum Glück gibt es Hausaufgaben! Und zum Glück geht die Schule morgen weiter! (db)

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