Zollikon

Zollikon freut sich über seine erste Schützenkönigin

Blumen für die Schützenkönigin Neva Menzi überreicht von Gemeindepräsident Sascha Ullmann. (Bild: lvm)

Schon zum dritten Mal hat jemand aus Zollikon am Knabenschiessen die meisten Punkte geholt. In den Jahren 1955 und 2000 waren es junge Männer – dieses Jahr ist es die 15-jährige Neva Menzi.

Niemand hatte mit dem plötzlichen Rummel gerechnet. Weder die Eltern noch der Gemeindepräsident, und vielleicht am wenigsten Neva selbst. Die 15-jährige Zollikerin hatte am Zürcher Knabenschiessen schon am Sonntag als einzige die maximale Punktzahl von 35 erreicht. Weil am Montag niemand dieses Resultat toppte, wurde Neva Menzi Schützenkönigin. Am Ausstich am Montag durften die drei Mädchen und sieben Knaben teilnehmen, die 34 Punkte erzielt hatten.

Wegen des Umbaus des Schützenhauses fand die Siegerehrung 
am frühen Montagnachmittag im grossen Festzelt in der Nähe des Strassenverkehrsamtes statt. Zu den Festrednern gehörten namhafte ­Politiker wie der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger oder die Präsidentin der Kantonsregierung Carmen Walker Späh. Letztere freute sich, dass nach fünf Jahren wieder ein Mädchen die meisten Punkte geholt hatte. «Männer, nehmt euch in Acht», sagte sie in ihrer Rede, «auch wir Frauen können mit Waffen umgehen.»

Zollikon im Siegestaumel 

Trotz diesen etwas bedrohlichen Tönen war die Stimmung im Festzelt ausgelassen. Der aus Zollikon angereiste Gemeindepräsident Sascha Ullmann freute sich, dass erstmals ein Mädchen aus seiner Gemeinde den traditionsreichen Titel gewonnen hatte. Unlängst wurde Zollikon im Gemeinderanking der Weltwoche auf Platz 1 gewählt, jetzt ist eine Zollikerin Schützenkönigin geworden – was wohl als Nächstes kommt? «Der Weihnachtsmarkt», sagt Sascha Ullmann lachend. «Doch im Moment geht es um Neva. Gönnen wir ihr ihren Sieg und freuen wir uns mit ihr.» 

Inzwischen steht fest, in welcher Form Zollikon seine erste Schützenkönigin feiern will: Am Samstag, 21. September, soll auf dem Dorfplatz ein Fest zu Nevas Ehren steigen. Geplant sind Ansprachen, Musik der Harmonie Zollikon und eine Schiessbude vom Schützen­verein. Auch an Speis und Trank soll es nicht fehlen.

5000 Franken Preisgeld

Und Neva? Sie wirkt am Montag etwas erschöpft und scheint noch nicht ganz zu verstehen, warum sich alles auf einmal nur um sie dreht. «Morgen habe ich einen Termin beim Radio, glaube ich», sagt sie. Trotzdem wirkt sie erstaunlich ruhig und bei sich selbst, was wohl zu ihrer Wesensart gehört. Auf das Knabenschiessen habe sie sich nicht gross vorbereitet und bei einem Schützenverein sei sie auch nicht. Ein Beitritt ist jetzt vielleicht auch nicht mehr nötig – denn dass sie schiessen kann, hat sie sich und der Welt nun bewiesen.

Der 15-Jährigen winkte neben einer Goldmedaille ein Preisgeld von 5000 Franken. Weil sie noch nicht so recht weiss, was sie damit machen will, wird sie es wohl erst einmal auf die hohe Kante legen. Als zusätzlicher Preis wartet ein Helikopter-Flug in einem Super-Puma der Schweizer Armee auf sie.

Mädchen sind erst seit 1991 am Knabenschiessen zugelassen. Bis zu diesem Jahr haben sechs Mädchen die höchste Auszeichnung erlangt. Das macht Neva Menzi zur siebten Schützenkönigin in der Geschichte des Knabenschiessens. (chi) 

Feierlichkeiten für Neva Menzi: Samstag, 21. September, ab 10 Uhr, Dorfplatz Zollikon. 

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