Zollikon

Das Moschtfäscht meldet sich nach Pause zurück

Herrliches Wetter, dröhnende Flieger und eine Presse für die Kinder: Das diesjährige Moschtfäscht wird Veranstalter und Gästen lange in Erinnerung bleiben.

Nach einer Pause im vergangenen Jahr strömte letzten Samstag wieder frischer Apfelsaft aus der alten Trotte, und zwar erstmals auf dem Platz vor dem Feuerwehrdepot First im Zollikerberg. Schon am Mittag war das Moschtfäscht gut besucht, und die Gäste wie auch Veranstalter Dölf Haldi konnten sich über herrliches Herbstwetter freuen. Wer früh kam und einen Most bestellte, durfte seinen original Moschtfäscht-Humpen mit nach Hause nehmen. Natürlich gab es auch Bier, Wein und Süssgetränke. Seinen Hunger konnte man mit Würsten vom Grill oder Bauernschinken mit Kartoffelsalat stillen. Zur musikalischen Erheiterung trug die Schwyzerörgeli-Formation «Chöpfäbärgler» bei. Mehrmals dröhnte eine Staffel der Patrouille Suisse hoch über den Köpfen der Gäste vorüber und sorgte für den einen oder anderen verärgerten Blick Richtung Himmel. Dölf Haldi liess sich davon nicht die Laune verderben: «Die haben wir extra fürs Moschtfäscht bestellt!», scherzte er.

Beim ersten Moschtfäscht schneite es

Neben Gemeindepräsident Sascha Ullmann war auch Richard Humm anwesend. Er war es, der Anfang der 1980er-Jahre das Moschtfäscht ins Leben gerufen hatte. Damals, erinnert er sich, fand das Fest im Alterszentrum Beugi in Zollikon-Dorf statt. Und zwar musste es später im Jahr gewesen sein, denn an jenem Tag schneite es. Nachdem damals mithilfe eines «Trottenfonds» die alte Mostpresse restauriert worden war, sollte sie auch verwendet werden. Aber in welchem Rahmen? «Wir müssen drum herum etwas machen», lautete der Kanon. Und so entstand die Idee für das Moschtfäscht. Neben der Verwertung von heimischem Obst sollten das Gemeinschaftsgefühl und auch die Landwirtschaft gefördert werden. Richard Humm, der 50 Jahre die Museumskommission präsidiert hatte, erinnert sich, wie Kinder aus Schulklassen in den Gärten herumliegendes Obst eingesammelten, natürlich mit Erlaubnis der jeweiligen Gartenbesitzer. Daraus wurde dann der Saft für das Moschtfäscht gewonnen.

Auch dem heutigen «Tätschmeister» und Moschtfäscht-Vereinspräsidenten Dölf Haldi sind Kinder ein besonderes Anliegen. So hat er dieses Jahr dafür gesorgt, dass beim Spielplatz auf dem Gelände auch eine Kinderpresse aufgestellt wird, wo Mädchen und Buben unter Aufsicht ihren eigenen Saft herstellen können. Dass daran nicht nur die Kleinen, sondern auch die Grossen ihren Plausch hatten, war an den Gesichtern unschwer abzulesen. (chi)

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