Ansteckende Singlust über die Generationen hinweg

Letztes Wochenende gelangte das Drei-Generationen-Chorprojekt „Singlust“ der Zolliker Musikschule zur Aufführung. Das Publikum liess sich vom Wetter nicht erschrecken, kam in grossen Scharen und wurde reich belohnt: Während draussen Petrus tobte und samstags erst Regen, sonntags gar Schnee schickte, jubelten die Stimmen im Innern der Berg- und Dorfkirche in fröhlichster Weise dem Frühling entgegen.

Singlustig sind sie alle im Projektchor, die Jungen wie die Alten. Und zahlreich, 112 Sängerinnen und Sänger im Ganzen, 42 darunter zählen unter zwanzig Jahre. Seit Januar schon singen sie einmal wöchentlich zusammen und zusätzlich nun vor den beiden Aufführungen noch zwei Samstage dazu. Die Singlust hat sie eben vollends gepackt. Michael Gohl, Dirigent und Leiter der Musikschule Zollikon, hat sie alle angesteckt.

Einmal mehr hat er stilübergreifend verschiedene Chorgesänge lustvoll zusammengestellt und seine Freude über die gelungenen Arrangements über seinen Taktstock auf alle Mitwirkenden – und zuletzt auch aufs Publikum – übertragen.

Ewa Klockiewicz, beinahe 40 Jahre Musikschullehrerin und nun seit zwei Jahren pensioniert, singt begeistert mit. Ihre Begeisterung hat sie auf ihren Enkel und ihre Schwiegertochter übertragen, die beide ebenfalls im Chor mitsingen. «Mein Enkel Malik», erzählt sie, «hat bereits im Kinderchor der katholischen Kirche gesungen, welchen ich vor meiner Pensionierung geleitet habe. Er ist ein begabter Sänger – und seine Stimme hatte schon immer eine ansteckende Wirkung. Auf dem Spielplatz sangen all seine Freunde zuweilen die katholischen Kinderlieder mit.»

Lustvoll und professionell

Sie singen mit Lust, doch auch mit Ehrgeiz. Neunzig Minuten vor Konzertbeginn treffen sie sich zum Einsingen. Sowohl am Samstag wie am Sonntag. Ihr Anspruch, das Beste aus jeder Stimme herauszuholen, ist hoch. Doch es hat sich gelohnt, das hört man. Sei es im ersten Werk, der „Missa brevis, St’Johannis de Deo“ von Joseph Haydn, gesungen von den Erwachsenen; im lustigen Lied „ D‘Computer-Gschpänschter“ von Erika Kielholz des Kinderchors Zolliker Ohrewürm oder bei „I will follow him“ aus dem Film «Sister Act» des Jugendchors Cantolino unter der Leitung von Selina Weber Gehrig. Letztere und die zweite  Solosängerin Marlene Münger setzen mit ihren Einsätzen noch ein i-Pünktchen oben drauf.

Begleitet werden die Chöre an der Orgel von Oren Kirschenbaum sowie vom professionellen Orchester Collegium Cantorum, verstärkt durch die Musikschul-Lehrerband mit Esther Bächli (Piano), Ivo Caponio (Gitarre), Marcel Benedikt (E-Bass) und Thomas Ilg (Schlagzeug).

Gemeinsam aber schwingen sie sich alle noch höher hinauf, interpretieren die Beatles

Und singen mit Inbrunst. Im Auftrag des Singlust-Projektes hat der Bruder des Dirigenten – Teese Gohl, Filmmusikkomponist und Arrangeur in den USA – für diesen Anlass neun bekannte Beatles-Songs für Orchester, Erwachsenen-, Kinder- und Jugendchor arrangiert. Die bis auf den letzten Platz besetzte Kirche klatscht begeistert mit und so trägt das Publikum zum Schluss die fröhlich beschwingte Stimmung mit durch den kühlen unfreundlichen Abend nach Hause und in die nächste Woche hinein. Und wer weiss, wie viele nun zu Hause wieder ihre Beatles-CDs hervorholen, um selbst lustvoll mit zu summen. (db)

Lesen Sie den gesamten Artikel im aktuellen «Zolliker Bote» vom 28. März 2014.

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