Zumikon

Jetzt kommen die Compi-Kids

Nicht mehr lange und sie wissen besser Bescheid als mancher Erwachsene: Die Zumiker Compi-Kids sind das Bindeglied zwischen den IT-Verantwortlichen und den Nutzern. (Bilder: bms)

In der Juch-Schule werden Jungen und Mädchen zum «IT-Support».

Montagmittag, 13 Uhr. Manche Kinder basteln noch im Hort, andere spielen auf dem Pausenplatz, noch andere machen sich zu Hause wieder auf den Weg zum Nachmittagsunterricht. Eine Gruppe von Mädchen und Buben sitzt derweil schon ganz freiwillig in einem Klassenzimmer: Die Compi-­Kids treffen sich zum ersten Mal nach den Ferien. Insgesamt zum dritten Mal schon wird dieser Kurs angeboten – und gerne angenommen. Aus vielen Klassen kommen gleich mehrere Kinder, um sich zum Compi-Kid ausbilden zu lassen. «Dabei handelt es sich quasi um den verlängerten Arm des IT-Supports», erläutert Bettina Waldvogel. Sie arbeitet an der Juch-Schule nicht nur als Lehrerin im textilen und technischen Gestalten, sondern ist auch Fachbereichsleiterin und Dozentin für Medien und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen.

Compi-Kids betreuen Computer-Infrastruktur

Gemeinsam mit Karin Mittler wird sie die Schülerinnen und Schüler der Mitelstufe als Multiplikatoren fit machen. Die Kids sollen demnächst selbständig dafür sorgen, dass die Laptops im Klassenzimmer laufen, genug Kapazität ­haben und up to date sind. «Das ­Angebot läuft extrem gut», weiss Schul­präsident Andreas Hugi. Und mit Bettina Waldvogel habe man auch einen absoluten Profi vor Ort.

Die Schulung beginnt einfach mit der notwendigen Stromversorgung. Schnell wird es komplizierter: Wo ist der Access-Point für das WLAN und leuchtet dessen Anzeige auch wirklich blau? Mittlerweile sind alle Klassenzimmer der Primarschule mit fünf bis sieben Laptops ausgestattet. Die Kinder lernen den Unterschied zwischen «Abmelden» und «Herunterfahren». «Inwieweit die Computer im Unterricht eingesetzt werden, ist Sache der Lehrpersonen», führt Bettina Waldvogel aus. Im Fall eines Falles müssen sie aber einwandfrei laufen. Wenn nicht, müssen die Compi-Kids eine Fehlermeldung machen – mit der passenden Laptop-Nummer. Die steht eigentlich auf einem Aufkleber. Doch manche Schüler haben sich einen Spass daraus gemacht, diese Kleber abzuknibbeln. «Wir müssen uns auch regelmässig um vergessene Passwörter kümmern», lacht Karin Mittler. Die Lehrerin gehört auch zum Ausbildnerteam. «In einer Firma würde man die Compi-Kids als ‹First Level Support› betiteln. Sie sind das Bindeglied zwischen der IT-Verantwortlichen und den Nutzern», erklärt Andreas Hugi.

Medienkompetenz auch an Büchern üben

Der Lehrplan 21 sieht auch vor, dass sich schon die Mädchen und Buben im Chindsgi mit Medien und Informatik befassen. So gibt es zwar auch in jeder Chindsgi-Gruppe einen mobilen PC, die Arbeit sei aber nicht auf die Geräte ausgerichtet, sondern auf die pädagogische Idee dahinter. «Bei uns gibt es auch keinen Glaubenskrieg ob Tablet oder Laptop. Das ist völlig sekundär», erklärt Andreas Hugi.

«Ausserdem sagt der Lehrplan ja nicht, dass schon die Kleinen mit dem Bildschirm arbeiten sollen. Eine gewisse kritische Haltung und Medienkompetenz lässt sich auch an Büchern üben. Stimmt das wirklich, was da steht? Dafür braucht es kein Internet», ergänzt Bettina Waldvogel. Dieses Know-how sei nicht an elektronische ­Medien gebunden. Man könne sich mit einer Klasse auch einfach Werbung ansehen und gemeinsam analysieren, wie dort scheinbar ­informiert wird. Insgesamt verfolgt der ICT-Medienunterricht das Ziel, den Konsumenten eine Orientierung zu geben und sie zu eigenen Beiträgen zu befähigen. «Irgendwann geht es auch um Fake News, um Cybermobbing», fügt Andreas Hugi an. Die Zumiker Schüler und Schülerinnen sollen dann gewappnet sein. (bms)

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