Zollikon

Auf den Spuren der «von Zollikon»

Christoph Zollinger erzählt in seinem Buch «Tausend Jahre Zürcher Wurzeln» die Geschichte seiner Familie, der Zollinger, die ihren Ursprung in Zollikon hat.

 

Leseraktion: Lesereinnen und Leser des Zolliker Zumiker Boten können das Buch zum Vorzugspreis von 39 Franken bis 8. November bei der Fröhlich Info AG an der Dachslerenstrasse 3 in Zollikon beziehen.

 

Ausgehend vom namensgebenden Zollikon und immer eingebettet in die prägenden Ereignisse in der lokalen Heimat, dem Zürcher Oberland, der Schweiz und der Welt spannt Christoph ­Zollinger in seinem neuen Buch ­einen weiten Bogen durch die Jahrhunderte. Im letzten Kapitel plädiert er für einen Perspektivenwechsel: Wer der Zukunft vertrauensvoll entgegenschauen will, der muss seine Vergangenheit kennen. Im Interview erklärt der Autor, weshalb eine Familiengeschichte nicht eigenständig analysiert werden sollte und warum sein Buch beruhigen soll.

Herr Zollinger, wie kamen Sie dazu, Ihr Buch «Tausend Jahre Zürcher Wurzeln» zu schreiben?

Der Ursprung des Buches liegt mehr als 40 Jahre zurück. Ich war schon immer an Geschichte interessiert. Und so kam es, dass ich für den 75. Geburtstag meines Vaters 1976 die Herkunft unseres Familiennamens erarbeiten wollte. Während Jahren recherchierte ich in jeder freien Minute im Staatsarchiv oder in Kirchenbüchern, um möglichst viel über die Vergangenheit der Zollinger ausfindig zu machen. Das daraus entstandene Werk diente mir nun als Grundlage für mein aktuelles Buch. 

Welche Beweggründe hatten Sie, das Buch gerade jetzt zu publizieren?

Ich bin überzeugt, dass Menschen mit einem Sinn für Geschichte besser mit der Gegenwart umzugehen wissen. Heute hört man oft, dass alles viel schlimmer sei als je, dass politische Unsicherheiten und gesellschaftliche Ungleichheiten in dieser Art noch nie da gewesen seien. Das stimmt schlicht und einfach nicht. In weiteren rund zwei Jahren Recherche konnte ich am Beispiel der Familie Zollinger aufzeigen, dass das ständige Auf und Ab schon immer Teil der Geschichte war. Pünktlich zu meinem 80. Geburtstag folgt nun die Veröffentlichung des Buchs, und ich glaube, es kommt gerade zur richtigen Zeit.

Was haben Sie konkret über die Vergangenheit der Zollinger herausgefunden?

Die frühesten Nachweise, auf die ich bei meinen Recherchen stiess, reichen ins 12. Jahrhundert zurück. Bis 1268 wohnten die Zollinger in Zollikon. Sie sind also die Ur­Zolliker. Danach wanderten sie aus nach Grüningen im Zürcher Oberland. Verschiedene Quellen berichten darüber, dass die «von Zollikon» ihre Heimat im 13. Jahrhundert aus politischen Gründen verlassen haben oder verlassen mussten. In den nächsten Jahrhunderten folgte ein ständiges Auf und Ab. Land wurde gewonnen und musste wieder verkauft werden, Hunderte fielen Hungersnöten oder Krankheiten zum Opfer, ebenso viele wanderten in die USA oder nach Kanada aus, weil die Ressourcen in der Schweiz knapp wurden. 
Ihr Buch ist in zehn Kapitel aufgeteilt, die zehn Jahrhunderte repräsentieren und auf die jeweils aktuellen Gegebenheiten in Europa und den Rest der Welt Bezug nehmen. 

Wieso?

Die Geschichte der Familie Zollinger, wie natürlich die Geschichte aller alten Schweizer Familien, darf nicht eigenständig analysiert werden. Politische und staatspolitische Entscheide, Kriege, industrielle Neuerungen oder religiöse Strömungen – egal wo diese ihren ­Ursprung nahmen – hatten schon immer sehr unmittelbare Auswirkungen auf unseren Alltag. Ich wollte deshalb alle Entwicklungen der Zollinger in einen grösseren Kontext stellen. Zudem finde ich es persönlich sehr spannend, die ­Gegebenheiten in der Schweiz mit denen im Ausland zu vergleichen. Während beispielsweise im 13. Jahrhundert in Venedig grandiose Bauten entstanden, die heute noch stehen, baute man in Zürich die Wohnhäuser noch aus Holz. 

Im letzten Kapitel schauen Sie in die Zukunft. Weshalb?

Wir durchleben aktuell turbulente Zeiten, viele Menschen haben Angst vor der Zukunft oder verkriechen sich in einer idealisierten Vergangenheit. Mein Buch soll beruhigen: Die Welt verändert sich nicht, sie bleibt sich gleich. Ich hoffe, dass mein Buch den Leserinnen und Lesern dabei hilft, den Unsicherheiten der Globalisierung und Digitalisierung mit Mut, Vertrauen und Gelassenheit zu begegnen. 


Zum Buch: Christoph Zollinger fasst in zehn Kapiteln anschaulich zusammen, wie sich die Geschichte der Familie Zollinger seit dem 12. Jahrhundert entwickelt hat. Jedes Kapitel widmet sich dabei einem Jahrhundert, beleuchtet die Situation in der Region Zürich und schildert gleichzeitig die historischen Umstände in Europa und dem Rest der Welt. Angereichert wird das Buch mit attraktiv aufgemachten Hintergrundinformationen zu bedeutenden Personen aus der Familiengeschichte und historischen Bildern.

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