Ein Seebueb zieht es auf die Insel

Als Vierjähriger zog Christian Egli mit seiner Familie nach Zollikerberg. Der Gemeinde ist er seither treu geblieben. Auch in seinem Beruf und in der Freizeit engagiert sich der Seeretter für die Gemeinde.

Der gelernte Konditor-Confiseur merkte schnell, dass der Beruf in der Backstube auf Dauer nichts für ihn war. Weg vom gelernten Beruf arbeitete er zuerst im Magazin von Widmer Gartenbau. «Ich habe vor allem Transporte und Arbeiten draussen erledigt und war froh wieder mehr an der frischen Luft zu sein», sagt Christian Egli. Sein Jugendfreund Jürg Widmer war es auch, der ihm eine Tätigkeit bei den Seerettern schmackhaft machte. «Etwas Passenderes als den Seerettungsdienst gibt es für mich fast nicht. Ich bin ein richtiger Seebueb», sagt der Zolliker und fügt hinzu: «Das muss man auch sein. Das Engagement verlangt einem einen grossen Teil der Freizeit ab. Da es aber zu einem Lebensgefühl wird, gebe ich diese Zeit gerne. Zumindest noch für ein weiteres Jahr.» Danach muss der 51-Jährige von seinem Amt zurücktreten. Wie es bei der Feuerwehr geregelt ist, dass man grundsätzlich mit 50 in Pension müsse, sei es auch bei den Seerettern. Eine Verlängerung ist maximal bis 52 möglich. «So haben wir etwas mehr Zeit um geeigneten Nachwuchs zu suchen. Und ich mache das jetzt doch auch schon 30 Jahre.» Dem See wird Christian Egli aber immer verbunden bleiben. «Immer wenn es die Zeit und das Wetter zulassen fahre ich mit meinem Boot auf dem Zürichsee herum.»

Neben der Zeit auf dem Boot verbringt Christian Egli möglichst viele Wochenenden auf der Insel Lützelau. «In diese idyllischen Insel habe ich mich sofort verliebt. Glücklicherweise war zu jener Zeit ein Dauerplatz auf dem Campingplatz verfügbar.» 

Der Mann für alle Fälle

Auch die berufliche Veränderung, weg vom Beruf des Konditor-Confiseurs bereute Christian Egli nie. Seit bereits über 20 Jahren ist er jetzt Hauswart des Gewerbezentrums Zollikon. Seine Arbeit bietet viel Abwechslung und er freut sich, wenn er den Menschen, die im Gewerbezentrum arbeiten mit seiner Arbeit Unterstützung bieten kann. «Natürlich kann auch ich nicht 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag abrufbar sein. Wenn immer möglich bin ich aber sofort zur Stelle. Auch bei Aufgaben die nicht offiziell zum Hauswartberuf gehören.» Er sei schon so lange im Gewerbezentrum tätig, dass er die Firmen und die Arbeiter, die hier tätig sind sehr gut kenne. Er ist hier so zu sagen der Mann für alle Fälle. Der Hauswartberuf war ihm übrigens schon als Kind nicht fremd und wurde ihm fast in die Wiege gelegt. «Meine Eltern waren auch beide Hauswart.»

Wenn Christian Egli auch nie über einen Wegzug aus Zollikon nachgedacht habe, sei es doch etwas beängstigend, wie dicht und viel hier gebaut werde. «Das beobachtet man aber auch in den anderen Seegemeinden. Überall stehen Krane, und Grünflächen verschwinden. Ich beobachte das vor allem vom See aus und muss feststellen, dass das auf beiden Seeseiten gleich ist. Erst ab Stäfa und auf der anderen Seite Richtung Freienbach werden die grünen Flächen wieder mehr. »Grundsätzlich freue es ihn, dass so viele Menschen im schönen Zollikon leben möchten. Da die Immobilienpreise auch hier immer höher würden, seien jedoch viele Familien gezwungen, sich eine andere Heimat zu suchen. Das merke man auch auf dem Dorfplatz. «Ich finde es schade, dass viele Hausbesitzer zwar hier leben, sich aber eigentlich nicht für die Gemeinde interessieren. Vermutlich ist das auch ein Zeuge der Zeit. Heute schreiben sich viele ja lieber zehn SMS am Tag, anstatt gemeinsam einen Kaffee zu trinken. Viele Vereine kämpfen gegen den Mitgliederschwund. Umso schöner finde ich es dann aber, wenn sich vor allem auch junge Leute für eine Mitgliedschaft in einem Verein entscheiden und sich engagieren. Und von denen gibt es ja zum Glück immer wieder.» (fh)

Das ganze Persönlich lesen Sie im «Zolliker Bote» vom 02. Mai 2014.

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