Polysportiv begabt – im Eishockey zuhause

Mit seinen 25 Jahren wurde er bereits zweimal Eishockey-Schweizermeister mit den ZSC Lions und Vize-Weltmeister mit der Schweizer Nationalmannschaft. Luca Cunti empfängt uns in seinem Zuhause in Zollikon.

Auf den Schlittschuhen stand Luca Cunti bereits mit drei Jahren. «Damals aber noch ohne Stock», wie er sagt. Familiär vorbelastet – Vater und Onkel spielten ebenfalls erfolgreich Eishockey – dauerte es aber nicht lange, bis der vierjährige Luca seinen ersten Hockey-Stock geschenkt bekam und bei den «Bambini» auf der Kunsteisbahn Küsnacht KeK erste Erfahrungen sammeln konnte. «Natürlich liessen mir meine Eltern die Wahl, aber ich bin da schon automatisch etwas reingerutscht», erinnert sich Luca Cunti, der als Kind aber noch viele andere Sportarten ausprobierte. So spielte er auch Fussball, musste aber bald feststellen, dass er mit dem Puck am Stock begabter war als mit dem Ball am Fuss. Schaut man sein heutiges Leben an, war die Entscheidung fürs Eis die richtige. Gleichzeitig hätte er auch eine Karriere als Golfprofi einschlagen können. Er nahm sogar an den Schweizermeisterschaften teil. «Allerdings mehr schlecht als recht», wie er schmunzelnd zugibt. Er habe auch immer zu wenig Geduld gehabt, um im Golf weiter zu kommen. Der Familienmensch, der in Küsnacht und Erlenbach aufgewachsen ist, spielt im Sommer aber auch heute noch Golf – gemeinsam mit der Familie.

Kreativer Geniesser

Auch sonst dominiert der Sport Luca Cuntis Leben. Mit seiner Partnerin Ariane verbringt er gerne Zeit  in der Natur und die beiden sind auch gemeinsam sportlich aktiv. Neben der Liebe zum Sport teilen sie aber auch die Leidenschaft des Geniessens. «Wir gehen gerne gemeinsam schön essen oder ins Kino. Wir sind viel unterwegs und geniessen unsere Spontanität», sagt der Sportler und Ariane ergänzt: «Luca ist nicht nur auf dem Eis, sondern auch bei unserer Freizeitgestaltung sehr kreativ.» Wenn auch der Tagesablauf eines Spitzensportlers klar geregelt und vor allem während der Saison in erster Linie von den Trainingszeiten und Matches bestimmt ist, möchte sich das Paar genügend Platz für gemeinsame Stunden einräumen. Luca Cunti fühlt sich wohl in seinem Leben. An seinem Wohnort Zollikon fühlt er sich zuhause. Hier ist er nahe bei seiner Familie und gleichzeitig fast in der Stadt. Wie wichtig es für ihn ist, seine Familie um sich zu haben, merkte er während der zwei Jahre, in denen er in den USA und in Kanada studiert und Hockey gespielt hat. «Menschlich waren diese zwei Jahre unglaublich, Hockeytechnisch war es wohl nicht die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe», gibt er nachdenklich zu und führt aus: «Ich habe zwar immer trainiert, konnte aber meine Leistungen nicht abrufen. Darum bin ich auch nicht zum Spielen gekommen. Als ich feststellte, dass ich mich nur noch in einer Abwärtsspirale befand habe ich mich entschieden, in die Schweiz zurückzukehren.» Zurück in der Schweiz erhielt er zuerst einen Vertrag bei den SCL Tigers, ehe er in die Organisation zurück kehrte, in der er seine ersten Schritte im Hockey tat: den GCK Lions. Hier stimmte dann auch seine Leistung wieder und nach nur einem Jahr schaffte er den Sprung in die A-Mannschaft, zu den ZSC Lions, wo er sich seither zu einer Schlüsselfigur im Team entwickeln konnte. Einen Ausgleich zum Eishockey findet der 25-Jährige in seinem Fernstudium in Psychologie. «Mir fehlen noch ungefähr 40 Credits bis zum Bachelor. Wenn ich aber so vorwärts mache wie im Moment,  dauert es wohl noch eine Weile.» Er studiert auf Englisch, Sprachen und Mathematik liegen ihm. «Nur in Biologie habe ich wirklich Mühe. Da kann ich eine Seite zehnmal lesen und mir den Stoff doch nicht merken.» Gut merken kann er sich dafür Songtexte: «Ich singe vor allem im Auto. Ich treffe zwar die Töne nicht immer, dafür bin ich beim Text sattelfest.» Mit einem schelmischen Lächeln richtet er sich an Ariane und erklärt: «Sie hat zwar die bessere Stimme, wenn man aber keine einzige Textzeile weiss, wird es auch schwierig, die Lieder zu erkennen, auch wenn man die Töne trifft.»

Leben nach dem Lustprinzip

Sportlich ist ihm auch dieses Jahr wichtig, dass er sich persönlich steigern kann, und er hofft, dass es dem Team so gut läuft wie im vergangenen Jahr. Privat möchte Luca Cunti eine Familie gründen und träumt von einem Haus am Meer. «Und ich möchte weiterhin einfach das tun, was mir Spass macht und worauf ich Lust habe. Bis jetzt ist mir das sehr gut gelungen.» (fh)

Das ganze Persönlich finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Zolliker Boten vom Freitag, 3. Oktober 2014.

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