Zollikon

Zweimal einstimmig Ja

(Bild: zvg)

Zollikons Jahresrechnung sowie jene der Netzanstalt wurden am Mittwochabend einstimmig und fast diskussionslos angenommen.

Zum sechsten Mal in Folge schliesst Zollikons Rechnung erfreulich ab, das Jahr 2018 gar um 8,3 Millionen Franken besser als vorgesehen. Ein spannendes Ergebnis, fand Finanzvorsteherin Sylvie Sieger, als sie die Jahresrechnung präsentierte, die bei einem Ertrag von 181,4 Millionen Franken und einem Aufwand von 172 Millionen Franken einen Überschuss von 9,4 Millionen Franken ausweist. Aber halt auch eines, das erklärungsbedürftig sei. Sie stellte das Ergebnis detailliert vor und verglich es mit einem Jass-Spiel, denn beim Anblick der Erfolgsrechnung habe sie sich gefühlt, als hielte sie einen Trumpf in den Händen: «Alles passt.»

Das Ergebnis sei aber auch Jokern zu verdanken, mit denen die Gemeinde nicht habe rechnen können. Zu diesen Jokern, wie die Gemeinderätin die einmaligen Sondereffekte nannte, gehört der Verkauf der Liegenschaft des ehemaligen Kindergartens Unterhueb, der 1,2 Millionen Franken einbrachte, sowie ein Nachlass einer Zollikerin von fast einer Million. Für die Entlastung des Budgets hatten auch nicht mehr benötigte und darum aufgelöste Rückstellungen sowie zu hoch budgetierte Abschreibungen gesorgt.

Zu den wesentlichen Abweichungen vom Budget gehörten zudem die höheren Steuereinnahmen von 5,6 Millionen Franken. Diese würden aber, wie Sylvie Sieger ausführte, trotz dreiprozentiger Steuerfusserhöhung im vergangenen Jahr unter dem Niveau des Vorjahres liegen, was nicht erklärbar und auch etwas beunruhigend sei. Beruhigter zeigte sich die Finanzvorsteherin darüber, dass die Grundstückgewinnsteuern konstant ausfielen.

Drei Kostentreiber in der Schule

«Nicht zu den Jokern gehört leider die Schule», sagte Schulpräsidentin Corinne Hoss, als ihr die Finanzvorsteherin beim Thema Ausgaben das Wort übergab. Die drei entscheidenden Kostentreiber der letzten drei Jahre seien die steigenden Schülerzahlen, der Lehrplan 21, die Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die integrierte Sonderschulung in Regelklassen. Corinne Hoss wies ausserdem darauf hin, dass das Rechnungs- und das Schuljahr, das jeweils erst im August beginnt, nicht übereinstimmen, was zu einer Erschwerung der Budgetierung führe.

Um 1,6 Millionen Franken höher als geplant fiel die Investitionsrechnung aus, die 14,5 Millionen Franken ausweist. Obwohl die Gemeinde etwas mehr investiert habe, als aus den eigenen Mitteln finanziert werden könne, sei dies beim vorliegenden Superergebnis kein Problem, wie die Finanzvorsteherin Sylvie Sieger bei der anschliessenden Präsentation der Investitionsrechnung festhielt. Sie wies aber auch darauf hin, dass trotz des sehr guten Ergebnisses die finanzpolitischen Zielvorgaben, die sich der Gemeinderat zur Erreichung eines ausgeglichenen Finanzhaushaltes gesetzt hat, noch nicht erreicht seien. So sei es zwar gelungen, die Nettoschuld massiv zu reduzieren, diese werde aber aufgrund der anstehenden Investitionen ins Fohrbach und in die Schule wieder ansteigen. Auch das Ziel des Nettozinses von null sei noch nicht erreicht, dafür aber konnte jenes des Selbstfinanzierungsgrades sogar übertroffen werden, weist dieser im Moment doch 150 Prozent aus. «Die Überschüsse brauchen wir auch weiterhin», lautete das Fazit der Finanzvorsteherin, «2018 ist ein zwar ein Superjahr gewesen, in den Liegestuhlmodus verfallen und weiterhin auf Joker warten, dürfen wir aber nicht.»

«Erfreulich, aber nicht nachhaltig»

Dem stimmte auch RPK-Präsident Viktor Sauter zu, der einmal mehr auf die steigenden Kosten aufmerksam machte und zur Ausgabendisziplin mahnte. «Angesichts der Projekte und des Finanzbedarfes, die auf uns zukommen, müssen wir den Gemeinderat in seinen Legislaturzielen unterstützen», forderte er. Aus der Versammlung wurde das Wort lediglich noch von SVP-Präsident Thomas Gugler gewünscht, der nochmals auf die einmaligen Sondereffekte hinwies. «Das Ergebnis ist zwar ein sehr erfreuliches, es ist aber alles andere als nachhaltig», sagte er und sprach von dunklen Wolken, die sich zu einem veritablen Gewitter entwickeln könnten. Die 91 anwesenden Zollikerinnen und Zolliker nahmen die Erfolgsrechnung der Gemeinde im Anschluss einstimmig an. Zu keinerlei Wortmeldungen kam es bei der Jahresrechnung der Netzanstalt, die ebenfalls positiv abschliesst. Die RPK empfahl die Annahme und auch die Stimmberechtigten hiessen die Jahresrechnung gut und entlasteten den Verwaltungsrat der Netzanstalt nochmals einstimmig. (mmw)

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