Zumikon

Garantien für Freizeitzentrum und Chinderhuus

Das Chinderhuus und das Freizeitzentrum sind die prägendsten Vereine im Zumiker Dorf­leben. Und so verwunderte es nicht, dass die Gemeindeversammlung gut besucht war, stand doch die Fortsetzung der jeweiligen Betriebsbeiträge an.

Die 127 Zumiker, die in den Gemeindesaal gekommen waren – darunter erfreulich viele junge Besucherinnen – stimmten über knapp 800 000 Franken ab. Der Abend zeigte eindrücklich, wie wichtig die Vereine Chinderhuus und Freizeitzentrum den Bürgern sind. Beide Defizitgarantien wurden ohne jegliche Diskussion bewilligt. Im Vorfeld hatten sowohl das Chinder­huus als auch das Freizeitzentrum gemeinsam mit der Gemeinde eine Leistungsvereinbarung erarbeitet, die die jeweiligen Angebote konkretisiert und somit überprüfbar macht.

Zum Auftakt ging es um das Chinder­huus, das seit 1972 für qualitativ hochwertige Kinderbetreuung für Buben und Mädchen vom ­Säuglings- bis zum Kindergartenalter steht. «Diese Einrichtung ­unterstreicht die Attraktivität unserer Gemeinde», sagte Gesellschaftsvorsteher Christian Dietsche (SVP). «Mit fast 24 Vollzeitstellen ist es zudem ein wichtiger Arbeitgeber in Zumikon». Aktuell ist die Einrichtung zu 97 Prozent ausgelastet, wobei sich 90 Kinder 51 Plätze teilen. Das Budget für das kommende Jahr weist Totalausgaben von gut 1,5 Millionen Franken aus, denen Einnahmen von gut 1,2 Millionen Franken gegenüberstehen. Mit der Defizitgarantie in Höhe von 400 000 Franken soll das Chinder­huus nun in die nächsten fünf Jahre gehen. Dabei betonte Christian Dietsche aber auch, dass die Defizitgarantie in den vergangenen Jahren nie ausgeschöpft worden sei. Gestützt wurde der Antrag zur Annahme auch von Christoph Born, dem Vorsitzenden der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Es sei nötig und finanziell möglich, diese Unterstützung zu gewährleisten. Mit drei Gegenstimmen wurde der Antrag angenommen.

Mehr Transparenz gefordert

«Auch das Freizeitzentrum ist eine feste Institution im Dorf», schlug Christian Dietsche anschliessend den Bogen zum zweiten Traktandum. «Auch hier gibt es jetzt eine Leistungsvereinbarung, die ganz konkret festlegt, was die Zumiker und Zumikerinnen für ihr Geld bekommen.» Eine weitere Parallele zum ersten Punkt: Auch das Freizeitzentrum (FZZ) hat die Defizitgarantie noch nie ausgeschöpft. Ob bei der Kinder- und Jugendarbeit, im Kursbereich, im soziokulturellen oder kreativen Bereich: Das FZZ sei einfach nicht mehr wegzudenken. Besonders ins Schwärmen kam der Gemeinderat, als er auf das Café Fischvogel zu sprechen kam. «Wer das noch nicht kennt, hat wirklich etwas verpasst.»

Beim Budget stehen Ausgaben von 660 000 Franken Einnahmen in Höhe von 275 000 Franken gegenüber. Das entstehende Defizit von 385 000 Franken soll durch eine Garantie aufgefangen werden. Den entsprechenden Antrag dazu stützte auch Christoph Born wiederum, wobei er betonte, dass die RPK erwarte, dass die Defizitgarantie nicht ausgeschöpft werde. «Wir erwarten, dass die Einnahmen gesteigert werden», wurde er deutlich. Zudem würde sich die RPK mehr Transparenz bei der Kosten- und Nutzungsrechnung wünschen. Einen weiteren Fürsprecher fand das FZZ in Roger Wehrli von der Grünliberalen Partei. Besonders um Familien anzuziehen, sei eine Einrichtung wie das Freizeitzentrum immens wichtig. Gleichzeitig sei es unabdingbar, dass aktiv Jugendarbeit angeboten werde – wie es das FZZ eben tut. Die Gemeindeversammlung stimmte ebenso wie zuvor mit drei Gegenstimmen für den Antrag.

Projekt Alterswohnungen

Im Anschluss informierte der Gemeinderat über das Projekt «Neues Wohnen am Farlifang». Wiederum war Christian Dietsche gefragt. Er verwies zunächst auf die Altersentwicklung in Zumikon. So wird es einen massiven Anstieg bei den über 80-Jährigen, aber auch bei den über 65-Jährigen geben. Schon vor zwei Jahren war in Zumikon jeder vierte Bürger 65 Jahre oder älter. «Menschen werden aber nicht nur älter, sondern bleiben länger selbständig.» Gefragt seien daher generationendurchmischtes Wohnen und quartiernahe Angebote.

Ganz neu ist das alles nicht. Schon im Jahr 2010 hatte eine Bedürfnisabklärung zum Thema «Alt werden in Zumikon» gezeigt, dass die Bürger so lange wie möglich mit der nötigen Unterstützung in der eigenen Wohnung verbleiben möchten. Der aktuelle Stand einer Studie sieht am Farlifang rund 35 bis 40 kleine Wohnungen, grosse Familienwohnungen, Betreuungsangebote und variable Räumlichkeiten vor. Zurzeit werden Investoren und Betreiber evaluiert und ein Projekt ausgeschrieben. Ganz konkret wird es aber erst im Januar 2020, wenn an einer Infoveranstaltung detaillierte Pläne vorgestellt werden. (bms)

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