Zumikon

Hohe Kosten, hohe Einnahmen

So würde der Neubau von vorne aussehen. Im vorderen Teil sollen Feuerwehr und Werkhof untergebracht werden. Die Wertstoffsammelstelle kommt in den hinteren Teil. (Grafik: zvg)

Im November stimmen die Zumiker und Zumikerinnen über den Neubau für Feuerwehr, Werkhof und Altstoffsammelstelle ab. An einem Informa­tionsabend wurde das Projekt vorgestellt.

«Ich bin froh, dass dieser Informationsabend auf so grosses Interesse stösst, handelt es sich doch um ein wichtiges Projekt.» So begrüsste Gemeindepräsident Jürg Eberhard die rund 80 Zumiker und Zumikerinnen, die gekommen waren, um sich über den gemeinsamen Neubau für Feuerwehr, Werkhof und Altstoffsammelstelle aufklären zu lassen. Immerhin stehen Ausgaben in Höhe von mehr als zwölf Millionen Franken im Raum, über die am 17. November an der Urne abgestimmt wird.

Diese Summe verlor im Laufe des Abends aber ihren Schrecken, als klar wurde, dass durch den Verkauf des jetzigen Feuerwehrgebäudes samt Grundstück knapp neun Millionen Franken Einnahmen erzielt werden könnten. Konkret erläuterten ­Liegenschaftenvorsteher Thomas Epprecht und Tiefbauvorsteher Stefan Bührer die konkreten Pläne. Ziel des Neubaus für die drei Anlagen ist ein vorteilhafterer Standort für die Feuerwehr, mehr Wohnraum im Zentrum und bessere Abläufe für die Kunden der Altstoffsammelstelle. «Jeder Zumiker kennt das Parkchaos bei der jetzigen Anlage», ­unterstrich Jürg Eberhard. Ausgangslage für das neue Projekt ist aber in erster Linie das jetzige Feuerwehrgebäude am Mettelacher, das insbesondere den Erdbeben-­Standards nicht mehr entspricht. Theoretisch könnte das Gebäude saniert werden, rechnerisch mache das aber keinen Sinn. Die Kosten dafür würden sich auf knapp neun Millionen Franken belaufen.

Auch die Gebäudezustandsanalyse des heutigen Werkhofs im Schwäntenmos 7 habe ergeben, dass diesem in den nächsten zehn Jahren rund 1,8 Millionen Franken Sanierungskosten bevorstehen. Da das Gebäude ursprünglich nicht als Werkhof konzipiert worden war, könnten betriebliche Abläufe nicht optimal funktionieren.

Nachhaltige Bauweise

Anhand von verschiedenen Folien stellte Thomas Epprecht das neue Projekt bildnerisch dar. Auf dem Gelände gegenüber der jetzigen Sammelstelle soll ein grosses Gebäude für die Feuerwehr und den Werkhof entstehen. Dahinter soll die gedeckte Sammelstelle mit ausreichend Parkraum untergebracht werden. Da ankommende und abfahrende Autos nicht mehr den gleichen Weg nehmen müssten, käme es zu weniger Chaos. «Die Parkplätze werden dann auch für die SUVs gross genug sein», sagte Stefan Bührer. Neu soll es eine Hol- und Bringstelle geben. Es sei oft schade zusehen zu müssen, was Leute wegwerfen. Was für den einen nicht mehr gut sei, könnten andere noch gut gebrauchen.

Bei der Bauweise werde ganz auf Nachhaltigkeit gesetzt. So soll es eine Erdsondenanlage und Photovoltaikpanels geben, gebaut wird in einem Holz-Beton-Mix. Nach einer Machbarkeitsstudie und einem Vorprojekt hat die Gemeinde eine Gesamtleistungssubmission ausgeschrieben, aus dem die Steiner AG Zürich hervorgegangen ist.

Die genauen Zahlen für den Neubau belaufen sich – inklusive Bewilligungen und Reserve – auf 12,6 Millionen Franken. Dem gegenüber stehen einerseits rund 350 000 Franken Subventionen durch die Gebäudeversicherung, die allerdings nur noch bis März 2020 gezahlt werden, und andererseits Einnahmen durch den Verkauf der Liegenschaften am Mettelacher und Schwäntenmos. Wobei der Zumiker Gemeinderat empfiehlt, die Parzelle des jetzigen Werkhofs im Baurechtsvertrag abzugeben.

Im wahrsten Sinne schwer ins Gewicht fällt bei dem Verkauf der Liegenschaft des jetzigen Feuerwehrgebäudes der Rückbau – befindet sich im Keller unter einer 1,2 Meter dicken Betondecke doch ein altes Zivilschutz-Spital. «Im allerbesten Fall finden wir einen Interessenten, der für diese Gegebenheiten Verwendung findet», hoffte Thomas Epprecht. Für die weitere Nutzung der heutigen Altstoffsammelstelle gibt es noch keine konkreten Pläne. Der Entscheid zur Zukunft aller Gebäude fällt in die Zuständigkeit der Gemeindeversammlung.

Trotz der hohen Bausummen könnte der Neubau durch die Gemeinde selbst finanziert werden. «Mit der Erneuerung des Dorfplatzes, des Gemeinschaftszentrums und des Bistros kommen noch genug Kosten auf Zumikon zu», wusste Gemeinderat Thomas Epprecht. Im Fall der Kreditbewilligung Mitte November könnte im Juli nächsten Jahres der Bau beginnen. Mit dem Bezug wird Ende 2021 gerechnet. (bms)

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