Unveränderter Steuerfuss

Die Gemeindesammlung hat am Mittwochabend das Budget 2015 angenommen, der Steuerfuss bleibt gleich. Klartext sprach Finanzvorstand Urs Fellmann aber dennoch.

Bei einigen Gemeinden im Bezirk Meilen dürften die zurzeit anstehenden Budget-Gemeindeversammlungen zu intensiven Diskussionen führen, beantragen doch gleich mehrere für das kommende Jahr einen höheren Steuerfuss. Nicht so Zollikon, dessen laufende Rechnung einen kleinen Überschuss von 372 000 Franken vorsieht.
Trotz des ausgeglichenen Voranschlages und der Tatsache, dass die schwarze Null mit dem Verkauf der Liegenschaft Gstadstrasse 38 noch einen positiveren Effekt um mindestens 3.5 Mio. Franken aus dem Verkaufserlös erhalten wird, sprach Finanzvorsteher Urs Fellmann nicht von Euphorie. Zur Erläuterung gewährte er der Versammlung einen umfassenden Blick hinter die Zahlen und besonders hinter die Verschuldung. «Wir müssen uns bewusst sein, dass jeder Franken Investition die künftigen laufenden Rechnungen über Jahre hinaus mit Abschreibungen belastet», meinte der Gemeinderat mit scharfem Blick auf die Investitionsrechnung 2015, die mit über 37 Mio. Franken Nettoinvestitionen wiederum sehr hoch ausfallen wird. Merklich gestiegen sind die Abschreibungen bereits jetzt, mit fast 14.5 Mio. Franken fallen sie knapp zwei Millionen höher aus als vorangeschlagen. «Investitionen im Verwaltungsvermögen müssen nach der geltenden Rechnungslegung bereits im Jahr des Baubeginns erfolgen und nicht etwa erst, wenn das Gebäude fertiggestellt ist», erklärte Urs Fellmann. So werde der Neubau des WPZ Blumenrain eben nicht nur in der Landschaft, sondern auch in der Buchhaltung sichtbar und beim weiterhin hohen Investitionsvolumen werden die Abschreibungen weiter zunehmen. Um die vorübergehende «massive Nettoschuld», welche die Gemeinde mit einem durchschnittlichen Selbstfinanzierungsgrad von 65% hat, im Griff zu haben, sei eine unumgängliche Haushaltsentlastung angesagt: Die Investitionen sollen nicht gestoppt, aber aufs Notwendigste beschränkt werden, Verkäufe von Liegenschaften oder deren Abgabe im Baurecht, wie dies beispielsweise beim frei werdenden Beugi der Fall sein wird, haben zu Marktkonditionen zu erfolgen.

Beide Traktanden angenommen

Parteipräsident Urs Furrer bedankte sich im Namen der FDP für die «disziplinierte sorgfältige Finanzpolitik», die insbesondere bei der Investitionsplanung angebracht sei. Die Versammlung tat es ihm gleich, die 114 Anwesenden stimmten dem Voranschlag und der Beibehaltung des Steuerfusses von 82 Prozent einstimmig zu. Einstimmig angenommen wurde auch die Abrechnung für den Kredit für den Ersatz der Heizzentrale Oescher. Bei der Abrechnung habe sich allerdings ein Fehler eingeschlichen, erklärte Liegenschaftenvorstand Bernhard Ecklin, dem Projekt wurden falsche Rechnungsbelege von knapp 11 000 Franken zugewiesen. Der Kredit von 1.7 Mio. wurde in der Folge mit knapp 44‘000 Franken überschritten und nicht wie im Weisungsheft angegeben mit 54‘675.90 Franken. (mmw)

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