Zumikon

Erfreuliche Zahlen, unerfreulicher Neubau

Nicht alle Zumiker und Zumikerinnen haben Freude am neuen Gartenschopf. (Bild: bms)

Die reformierte Kirchengemeindeversammlung Zumikon nahm das Budget für 2020 an. Das kommende Jahr wird auch zeigen, ob das neue Gartenhaus stehen bleiben darf.

Mit erfreulichen Zahlen konnte Malte Müller, Präsident der reformierten Kirchenpflege, an der Kirchgemeindeversammlung am vergangenen Sonntag aufwarten: Der der Versammlung vorgelegte Voranschlag für 2020 zeigte einen Ertragsüberschuss von 210 558 Franken. Dies sei das Resultat von höheren Steuereinnahmen einerseits und tieferen Ausgaben für Liegenschaften andererseits. Der Steuerfuss des Kirchengutes für das kommende Jahr wird auf 9 Prozent der einfachen Staatssteuer festgesetzt. Als Basis dient der prognostizierte Steuer­ertrag der Gemeinde Zumikon, netto 100 Prozent, von 23,6 Millionen Franken. 

Die Versammlung genehmigte schliesslich ein bereinigtes Budget, nachdem auch die Eingaben der Rechnungsprüfungskommission (RPK) berücksichtigt worden waren. Somit wird das budgetierte Honorar für externe Berater und Gutachter im Zusammenhang mit der Erneuerung des Gemeinschaftszentrums von geplanten 60 000 Franken auf 36 000 Franken reduziert. Die RPK – in Person von Eva Heimrich-Kämpfer – hatte beanstandet, dass der Anteil der reformierten Kirche an dem Gesamtprojekt lediglich eine Wertquote von 12,4 Prozent aller Eigentümer aufweise. Bei einer Projektierung von insgesamt 288 000 Franken für alle Miteigentümer sei diese Reduktion gegeben. Auch die Kosten für die Sanierung des Jugendhauses wurden gestrichen. Da aktuell ein Servitut auf dem Gebäude neben dem Pfarrhaus besteht, sei dessen zukünftige Nutzung unklar. Durch die angenommenen Änderungsanträge liegt der Ertragsüberschuss nun bei 285 358 Franken.

Fehlende Baubewilligung

Die Versammlung drehte sich aber nicht nur um Zahlen. Auch ein Neubau stand im Fokus. Seit jüngstem prangt direkt neben der Kirche und an der Mauer zum Dorfplatz ein Gartenhaus. Stolz überragt es diese Mauer, und das gefällt nicht allen. Die Idee für das Gebäude war gut gemeint. Bislang ­waren Gartengeräte zum Teil im Gemeindehaus, zum Teil in der ­Kirche gelagert worden. Um ­Arbeitsabläufe zu vereinfachen, hatte die Kirchenpflege die Errichtung des Gartenhauses beschlossen. «Es war mein Versäumnis, dass ich mir die konkreten ­Pläne im Vorhinein nicht angesehen habe», räumte Malte Müller ein. Das zweite Versäumnis folgte: Es wurde seitens der Kirchenpflege keine Baubewilligung eingeholt. Normalerweise braucht es keine Genehmigung für Gebäude dieser Grössenordnung. In der Kernzone allerdings schon, und das Grundstück der reformierten Kirche liegt mitten in der Kernzone. Nun soll geprüft werden, ob die Baubewilligung im Nachhinein ­eingeholt werden kann oder ob ein Abriss erfolgen muss. Der Kirchenpflege­präsident entliess die Versammlung mit dem Vorschlag eines «Ideen-Wettbewerbs» in den restlichen Sonntag: Wer Ideen habe, wie die benötigten Gartengeräte auf praktikable und gleichzeitig ästhetische Art und Weise untergebracht werden könnten, solle sich doch melden. (bms)

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