Moränenlandschaft soll geschützt werden

Die Landschaft «Biswind» oberhalb von Herrliberg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und gleichzeitig eine einzigartige Glaziallandschaft. Der Zürcher Kantonsrat wird im März im Rahmen der Richtplandebatte entscheiden, ob dieses Gebiet neu als Siedlungsgebiet eingestuft wird. Dies zu verhindern, versucht unter anderem der Zolliker Daniel Frey.

Der von der Kommission Planung und Bau gestellte Umzonungsantrag hat zum Ziel, Bauland für ein geplantes Gewerbezentrum für das Herrliberger Gewerbe zu schaffen. Dies zerstöre hingegen gemäss dem Komitee «Für ein intaktes Naherholungsgebiet  ‹Biswind› in Herrliberg» ein Landschaftserbe, das es gemäss Max Maisch, Professor am Geographischen Institut der Universität Zürich und Spezialist für Geomorphologie, so nur einmal gibt im Kanton Zürich. Der «Biswind» ist, wie die Zolliker Allmend, eine Moränenlandschaft. 

«Vor anderthalb Jahren wurde die Kulturlandinitiative im Kanton Zürich angenommen. Wären die Forderungen, die diese Initiative mit sich bringt, sofort umgesetzt worden, gäbe es heute gar keine Diskussion. Das Land um den ‹Biswind› wäre geschützt und nicht bebaubar», sagt Daniel Frey. Er setzt sich im Komitee für den Erhalt des Naherholungsgebiets ein. Auch aus historischer Sicht müsse dieses Gebiet geschützt werden. Bereits jetzt komme das Siedlungsgebiet an vielen Orten sehr dicht an die Grenze der zu schützenden Gebiete heran.

Lage nicht optimal

Neben den naturhistorischen Aspekten sei die Lage aber auch aus anderen Gründen nicht optimal für das geplante Gewerbezentrum. Antonia Baumann, Präsidentin des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Herrliberg, meint: «Eines der Hauptprobleme ist die Verkehrserschliessung. Von Erlenbach her müsste der Schwerverkehr vorbei am Restaurant Kittenmühle zum neuen Gewerbezentrum geführt werden. So wie die Strasse sich jetzt präsentiert, können aber nicht einmal zwei normale PKW’s problemlos kreuzen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das mit LKW’s funktionieren sollte, ohne dass sie verbreitert wird. Das wiederum wäre aus naturschutztechnischer Sicht eine Katastrophe. Das gleiche Problem stellt sich auch direkt neben dem gewünschten Gewerbezentrum. Die Strasse hat zwei relativ eng aufeinanderfolgende Kurven, die die Zufahrt erheblich erschweren.» Darum ist sich das Komitee einig, dass eine Anbindung an die Forchstrasse, die zentraler am Dorfkern von Herrliberg vorbei führt, unabdingbar sei. Antonia Baumann stellt klar: «Wir sind absolut nicht gegen das Gewerbe, im Gegenteil. Aber wir sind der Meinung, dass man das Gewerbe an bestehenden Standorten halten sollte. Und es darf nicht sein, dass das heimatliche Landschaftserbe weichen muss, wenn es andere Möglichkeiten gibt.»

Dass es in Zollikon ebenfalls so weit kommen könnte, dass das Gegenstück zum «Biswind», die Zolliker Allmend, überbaut werden könnte, ist für Martin Hübner, der die Geschichte von Zollikon sehr gut kennt, undenkbar. «Der Aufschrei in der Gemeinde wäre riesig. Darum glaube ich nicht, dass das in nächster Zeit überhaupt ein Diskussionsthema werden könnte.  Die Zolliker lieben ihre Allmend viel zu sehr. Ich bin überzeugt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen, in die gleiche Situation zu kommen wie Herrliberg.» Trotzdem betrifft das geplante Projekt auch Zollikon indirekt. Der Panoramaweg, der in Zollikon beginnt und bis nach Hombrechtikon führt, würde dann neu durch die Gewerbezone am «Biswind» führen, was für Wanderer nicht sehr attraktiv wäre. (fh)

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