23/2017 Gegentor stösst Tür in die 2. Liga zu

Von adminZoZuBo ‒ 8. Juni 2017

Gegentor stösst Tür in die 2. Liga zu

Der Verfolger SC Zollikon führt gegen Leader FC Männedorf lange 1:0, muss sich letztlich aber mit einem 1:1-Unentschieden begnügen – aller Voraussicht nach eine zu geringe Ausbeute im Aufstiegsrennen.

Die Ausgangslage vor dem 3.-Liga-Spitzenkampf vom vergangenen Dienstagabend war delikat: Sollte der Sportclub Zollikon das Direktduell mit Tabellenführer Männedorf genauso gewinnen wie danach seine zwei verbleibenden Saisonspiele, würde er erstmals seit 26 Jahren wieder in die regionale 2. Liga aufsteigen; sollte hingegen der FCMännedorf die Partie für sich entscheiden, könnte er nach seinem letztjährigen Abstieg in die 3. Liga noch auf dem Zolliker Riet den direkten Wiederaufstieg feiern; bei einem Unentschieden müssten die favorisierten Männedörfler die grosse Party zwar noch vertagen, könnten aber guten Gewissens den Champagner kalt stellen. Wer die Gäste aus Männedorf aufgrund dieser Ausgangslage defensiv erwartet hatte, sah sich schnell eines Besseren belehrt: Das Team von Trainer Kurt Kobel hatte in der ersten halben Stunde deutlich mehr vom Spiel. Danach aber übernahmen die Hausherren das Spieldiktat. Doch erst, als die rund 280 Zuschauer und die 22 Spieler auf dem Platz bereits mit dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Samir Ismailji rechneten, fiel doch noch der über­raschende Führungstreffer für den SCZ: Abwehrchef Jure Mioc beförderte den Ball nach einer Freistossflanke Sascha Martins per Kopf ins lange Eck.

SCZ hadert mit Schiedsrichter

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel beklagte der FC Männedorf Pech, als der Unparteiische ihm ein Tor wegen angeblichen Offides aberkannte. Danach aber hatte Gastgeber Zollikon die Partie gut im Griff – und war dem 2:0 wiederholt viel näher als die Gäste dem Ausgleich. Gleich zweimal zog Schiedsrichter Ismailji dabei den Unmut des Zolliker Trainers Christian Stengele auf sich. Und tatsächlich: In der 66. Minute war Camichel an der Strafraumgrenze zumindest penaltyverdächtig gefoult worden; und gar glasklar war die Sache, als Joel Fuchs in der 88. Minute von einem Verteidiger daran gehindert wurde, einen von Lobnik nach vorne abgewehrten Schuss zu verwerten. Die Pfiffe aber blieben aus. Und so kam es wie so oft, wenn zweifelhafte Schiedsrichterentscheide und mangelnde Chancenverwertung zusammenfallen: Quasi im Gegenzug erzielte der FC Männedorf den 1:1-Ausgleich. Der von Trainer Kobel nur fünf Minuten zuvor aufs Feld beorderte Patrick Nötzli schoss im Anschluss an einen Eckball aus kurzer Distanz aufs Zolliker Tor. Goalie Benjamin Niederhauser war mit den Fingerspitzen zwar noch am Ball, konnte diesen aber nicht mehr um den Pfosten lenken. «Dass so wenig fehlte, ist enorm bitter», sagte Niederhauser nach Spielschluss geknickt.

«Aufstieg in unseren Füssen»

Besonders positiv hervorzuheben war an diesem Dienstagabend die Geschlossenheit des Zolliker Fanionteams, das in der Meisterschaft seit der zweiten Spielrunde vom 3. September 2016 ungeschlagen ist: Mit Dugandzic agierte der beste Zolliker vor der Abwehr. Wie der «Staubsauger» einerseits Angriff um Angriff Männedorfs zunichte machte und gleichzeitig mit feiner Klinge Gegenangriffe einleitete, hatte mindestens 2.-Liga-Format. SCZ-Trainer Stengele war mit der Leistung seiner Spieler trotz des späten Gegentreffers zufrieden. «Wir hätten den Sieg verdient gehabt», sagte er. «Leider aber trugen wir die Konter in der zweiten Halbzeit zu wenig konsequent und zu ungenau vor.» Glücklicher war sein Gegenüber: «Die beiden Mannschaften agierten wie schon in früheren Duellen auf Augenhöhe», analysierte Männedorfs Coach Kobel. «Sie sind taktisch stark und verstanden es, einander gegenseitig den Spielfluss zu zerstören.» Es verwundere daher nicht, dass die beiden Tore aus Standardsituationen entstanden seien. Die Tabellensituation präsentiert sich für den FC Männedorf eine Woche vor der letzten Runde komfortabel: Selbst wenn Zollikon seine letzten zwei Partien gewinnen sollte, genügt Männedorf in seiner einzigen noch zu spielenden Partie ein Punkt beim im unteren Tabellenmittelfeld klassierten FC Fällanden. Ist Männedorf also bereits mit neun von zehn Zehen aufgestiegen, Kurt Kobel? «Zumindest liegt der Aufstieg in unseren Füssen.» (db)

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