30/31/2017 Der Fuchs als Gefahr für Katzen?

Von adminZoZuBo ‒ 3. August 2017

Der Fuchs als Gefahr für Katzen?

In der Gemeinde sind innerhalb von drei Wochen vier Katzen verschwunden. Bei einigen Besitzern geht die Angst um, dass ein Fuchs die Tiere erbeutet haben könnte.

«Fuchs, du hast unsere Katze gestohlen»: Mit dieser Überschrift meldete sich die Zollikerin Susanne Baer Altorfer in der letzten Ausgabe mit einem Leserbrief zu Wort. Ein Nachbar hätte gesehen, wie frühmorgens ein Fuchs mit ihrer weissen Katze in der Schnauze über die Höhestrasse gerannt sei. Die Schreiberin zeigte sich ratlos über die «Fuchsplage», über die Tiere, die trotz Zaun, Kampferkugeln, Sprays und Ultraschalltönen in ihrem Garten schlafen. Dass eines der Wildtiere nun ihre Katze genommen hat, davon ist Susanne Baer Altorfer überzeugt. Und mit dieser Meinung nicht alleine.

Nach der Veröffentlichung ihrer Zeilen meldete sich auch Serge Woog aus dem Zollikerberg bei der Redaktion. Auch seine Katze ist seit über einer Woche verschwunden, und der Vater eines vierjährigen Sohnes ebenso überzeugt, dass ein Fuchs dahintersteckt. «Unsere Katze war nie länger als ein paar Stunden weg», erzählt er noch immer sichtlich aufgebracht. Im grossen Rapsfeld unmittelbar neben seiner Wohnadresse in der Oberhub, sei sie öfters auf Mäusejagd gegangen. «Nun hat aber ein Fuchs Jagd auf unser Büsi gemacht», glaubt er den Grund für das spurlose Verschwinden seiner knapp einjährigen Katze «Music» gefunden zu haben. Er habe erst kürzlich einen grossen Fuchsrüden nur wenige Meter von seinem Sitzplatz entfernt beobachtet, genauso wie seine Nachbarin. «Ich bin sicher, dass dieser Fuchs meine Katze genommen hat.»

Aufwendige Suchaktionen

Und noch eine Katze wird in Zollikerberg vermisst. Bereits seit einem Monat ist Nicole Liebermann auf der Suche nach ihrer 10 Jahre alten «Maus-Maus». Die zierliche, schwarze Katze sei eine Freigängerin gewesen, eine, die ebenfalls nie lange weggeblieben sei, erzählt die Besitzerin. Vor vier Wochen kam sie aber nicht mehr zurück und konnte trotz aufwendiger Suchaktionen, Aushängen und einer eigens für die vermisste Katze erstellen Facebook-Seite bis heute nicht gefunden werden. «Rückmeldungen habe ich zwar zahlreiche erhalten», erzählt Nicole Liebermann, etliche wollen ihr Tier, das bei seinem Verschwinden ein dunkelbraunes Gummihalsband trug, zwar gesehen haben, bis anhin verliefen diese Hinweise aber alle im Sand.

Dass ein Fuchs für das Verschwinden ihrer Katze verantwortlich ist, glaubt Nicole Liebermann hingegen nicht. Zwar finde sie es dubios, dass gleich drei Katzen innerhalb von drei Wochen verschwunden sind – neben ihrer und Serges Woogs Katze wird aus derselben Siedlung noch ein Muttertier von vier jungen Kätzchen vermisst –, an die Theorie des räuberischen Fuchses glaubt sie dennoch nicht. Vor ihrem Umzug in die Oberhub hatte sie an einem anderen Ort in Zollikerberg gewohnt, wo sich ihre Katze und Füchse quasi gute Nacht gesagt und friedlich nebeneinander gelebt hätten. «Es liegt mir fern, nun eine Hetze gegen freilaufende Füchse loszutreten.»

Schmerzhafte Ungewissheit

Auch Jagdaufseher Louis Wirtz sagt, es sei unwahrscheinlich, dass ein Fuchs Jagd auf Katzen mache. Es könne sein, dass ein Fuchs eine tote, schwerverletzte oder altersschwache Katze erbeute, für gesunde, ausgewachsene Katzen bedeute er jedoch keine Gefahr. Den Vorwurf der Leserbriefschreiberin, dass die Wildhüter zu wenig gegen die Wildtiere unternehmen würden, weist er zurück.

Fallen aufzustellen sei auch rechtlich heikel, sagt er. Von Gesetzes wegen dürfen diese nur aufgestellt werden, wenn die Füchse «schadenstiftend» sind, was beispielsweise auf einem Hof mit Hühnern vorkommen kann. «Gerät ein Tier in die Falle, müssen wir es an Ort und Stelle schiessen», sagt der Zolliker Jagdaufseher. Der oft geäusserte Wunsch nach einer Umsiedelung sei nicht umsetzbar: «Der Fuchs ist ein Wildtier, am nächsten Tag ist er wieder hier.» Louis Wirtz nimmt auch die Bevölkerung in die Pflicht: Nahrungs- und Spielmöglichkeiten für Füchse sowie Unterschlüpfe, die ihm als geschützten Schlafplatz dienen können sollen aus dem Garten entfernt werden.

Solange die verschwundenen Katzen nicht gefunden werden, gibt es wohl keine Gewissheit, was mit ihnen passiert ist. Diese Ungewissheit ist es denn auch, die so wehtue, sagt Nicole Liebermann: «Es ist ein Wechselbad der Gefühle.» Noch immer hoffe sie, dass ihre Katze wieder auftaucht, doch schwinde diese Hoffnung mit jedem Tag mehr. Den Appell ihres Nachbarn Serge Woog, Katzen in nächster Zeit vorsichtshalber über Nacht im Haus zu lassen, könne sie zwar nachvollziehen. Diese Lösung käme aber für sie nicht in Frage. «Lieber eine glückliche Katze, die ihr Leben in Freiheit selbstbestimmt leben kann als eine, die eingesperrt werden muss.» (mmw)

Tipps im Umgang mit Füchsen gibt es auf www.fuchsratgeber.ch
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