Eine Mutter macht mobil

Von Birgit Müller-Schlieper ‒ 20. März 2020

Denise Eberle ruft in Zumikon eine Gruppe ins Leben, die den besonders gefährdeten Personen hilft.

Denise Eberles Sohn Arthur half mit, die Flyer aufzuhängen. (Bild: zvg)
Denise Eberles Sohn Arthur half mit, die Flyer aufzuhängen. (Bild: zvg)

Schon in der Woche vor der Ausrufung des Notstands fand die Zumikerin Denise Eberle, dass es an der Zeit für Nachbarschaftshilfe sei.
Im Fokus hatte sie besonders alte und erkrankte Menschen, für die der Coronavirus besonders gefährlich werden kann. Sie wollte ihnen anbieten, für sie einzukaufen oder auch Medikamente aus der Apotheke zu holen. Kurzerhand entwarf sie ein Flugblatt und wollte dieses auch in der lokalen Filiale der Migros aufhängen. Dort verwies man die Mutter zweier Kinder allerdings an die Pinnwand, wo jeder Angebote oder Anfragen hinterlassen kann. «Mir war klar, dass das Flugblatt dort total untergehen würde.»

Die Zumikerin setzte sich mit einem Freund zusammen, diskutierte andere Wege und stiess im Internet auf die schweizweite Seite «www.hilf-jetzt.ch». Dort können unkompliziert neue Gruppen gebildet und über Facebook beworben werden. «Über eine solche offizielle Seite bekommen wir viel mehr Aufmerksamkeit», freut sich Denise Eberle.

Schnell Helfer gefunden

Und das trat auch sofort ein. Innerhalb von 24 Stunden hatten sich mehr als 30 Helfende gefunden, die Botengänge oder Einkäufe auf Anfrage erledigen wollen. Kontakt hat die engagierte Zumikerin auch zur Altersfachstelle und zur Spitex. «Überall wird unser Angebot gutgeheissen und unterstützt.» Aktuell ist sie dabei, eine Excel-Tabelle zu erstellen, auf die auch andere Helfende Zugriff haben, sodass Anfragen schnell koordiniert werden können. Und auch bei der Migros klappte es doch noch. «Der Filialleiter hat sofort zugestimmt und ich durfte unser Informationsblatt gut sichtbar im Lift aufhängen», erzählt Denise Eberle. Auch bei der Post, der Drogerie und der Apotheke hängen die Blätter nun. «Wir wollen so auch die Männer und Frauen erreichen, die nicht über Facebook über unser Angebot stolpern.» Die Zumikerin betont, dass die Helfer geschult und sich an die gegebenen Vorsichtsmassnahmen halten werden.

Weitere Infos: Facebook-Seite «Corona­virus – Hilfe für Zumikon» oder 078 825 16 00 (Denise Eberle). Zwei weitere Helferinnen sind unter den Rufnummern 079 320 93 12 oder 078 897 24 76 zu erreichen.

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