Kooperieren Juch und Fohrbach bald?

Von Birgit Müller-Schlieper ‒ 17. April 2020

Zollikon und Zumikon denken über eine Zusammenarbeit der Schwimmbäder Fohrbach und Juch nach.

Das Wasser so grün wie die Wiesen: Die Freibäder des Fohrbachs sind noch nicht gereinigt. (Bild: zvg)
Das Wasser so grün wie die Wiesen: Die Freibäder des Fohrbachs sind noch nicht gereinigt. (Bild: zvg)

Eigentlich sollten sowohl in Zumikon als auch in Zollikon im Juni Gemeindeversammlungen stattfinden. In Zollikon stehen auf der Traktandenliste das Ferienhaus Sanaspans und die Sanierung des Schwimmbads Fohrbach. Ob die Versammlung wie geplant im Juni stattfinden wird, steht aber noch in den Sternen. Erst Ende April will man über eine allfällige Verschiebung nachdenken. «Wir warten mit der Entscheidung, bis wir die Vorgaben der möglichen Lockerung kennen», erklärt der Zolliker Gemeindeschreiber Markus Gossweiler.

In Zumikon indes hat der Gemeinderat bereits entschieden, die Versammlung auf den 22. September zu verschieben. Die beiden Traktanden, die Genehmigung der ­Jahresrechnung 2019 und die Schaffung einer kommunalen Teilzeitstelle für Begabungs-­ und Begabtenförderung an der Schule, werden als nicht dringlich eingestuft, wie dem Protokoll der Gemeinderatssitzung zu entnehmen ist. Ausserdem würden bis September weitere Geschäfte erwartet.

Gleichmässigere Auslastung

Ein Thema eint die beiden Gemeinden: die Zukunft der Schwimmbäder. Losgelöst von den Über­legungen rund um das Fohrbach wird eine Zusammenarbeit angestrebt. Beide Schwimmbäder – mit Hallen-­ und Freibad – lassen sich nicht kostendeckend betreiben. Die beiden Gemeinden wollen nun gemeinsam prüfen, ob sich mit einer Kooperation der Bäder eine effizientere Leistungserbringung erzielen liesse. Den Auftrag zu dieser Prüfung erhielt die darauf spezialisierte BPM Sports GmbH aus Bern.

«Wir haben bei dem Projekt zwei Grundsätze im Fokus: Wir wollen entweder Kosten sparen oder bei gleichbleibenden Kosten bessere Dienstleistungen erbringen», führt Thomas Kauflin aus. Der Gemeindeschreiber von Zumikon kann sich zum Beispiel eine bessere Preis­politik durch gemeinsame Einkäufe vorstellen. Markus Gossweiler führt eine bessere Flächenbewirtschaftung ins Feld. Durch die gezielte Zuteilung von Wasserflächen insbesondere für Vereine könnte eine gleichmässigere Auslastung erreicht werden. «Vermutlich müsste man auch die Preispolitik abstimmen und gemeinsame Abos schaffen», sagt Thomas Kauflin.

Hilfe für Vereine

Auch mit der Coronakrise hat sich der Zumiker Gemeinderat an seiner kürzlich stattgefunden Sitzung ­beschäftigt. So hat die Behörde ­entschieden, zusätzlich zu der ­gemeindeeigenen Unterstützung für Selbstständigerwerbende und Kleinstunternehmer auch Vereinen gezielt eine Überbrückungshilfe anzubieten. Zu diesem Zweck hat der Gemeinderat prophylaktisch ­einen zusätzlichen Kredit in der Höhe von 100’000 Franken bewilligt. Entsprechend begründete Gesuche können beim Sekretariat des Gemeinderats eingereicht werden.

Bewilligt wurde an der Sitzung Anfang April auch ein Kredit über 106’000 Franken für die Weiterführung des Projekts Dorfplatz Zumikon durch die Planwerkstatt AG Zürich. Als nächster Schritt wird nun ein zweistufiger Projektwettbewerb initiiert. Während in der ersten Stufe beliebig viele Planungsteams ihre Ideenskizzen einreichen können, werden für die zweite Stufe zehn bis zwölf Arbeiten zur Vertiefung ausgewählt. Daraus wählt das Preisgericht schliesslich ein Siegerprojekt aus.

Für die geplante Erneuerung des Gemeinschaftszentrums am Dorfplatz wurde das Unternehmen ­Rosetti + Wyss Architekten AG aus Zollikon beauftragt, sein Testplanungsprojekt weiter zu vertiefen. Die geschätzten Gesamtkosten von 301’000 Franken werden vorab von der Gemeinde übernommen, welche die Beträge den Miteigentümerinnen, der evang.-­ref. und der röm.-­kath. Kirchgemeinde, weiterverrechnet. Der Anteil der politischen Gemeinde an den Kosten liegt bei 235’000 Franken.

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