Wartelisten für den Mittagstisch

Von Birgit Müller-Schlieper ‒ 17. November 2022

Ein Neubau an der Juch-Schule soll Entlastung für Kindergarten, Schule und Tagesbetreuung bringen – die Rechnungsprüfungskommission ist dagegen.

An der Gemeindeversammlung wird auch über einen Neubau für das textile Gestalten entschieden. (Bild: zvg)

An der Gemeinde­versammlung geht es um Geld – um den Steuersatz und um Kredite. ­Unter anderem um 1,9 Millionen ­Franken für einen Neubau für den Fachbereich «Textiles und Technisches Gestalten» (TTG) an der Juch-Schule. Mit dem Neubau könnten gleich mehrere Probleme gelöst werden. Aktuell müssen die Schulkinder vom Juch für ihren TTG-­Unterricht in den Pausen ins Dorf hochlaufen; die Werkräume befinden sich nämlich im Gebäude Farli­fang. Jüngere Kinder müssen auf dem Weg begleitet werden.

Zu wenig Platz, zu hohe Kosten

Aktuell besteht aber dringender Platzbedarf im Farlifang. Der Kindergartenhort platzt aus allen Nähten. Schon jetzt landen Anmeldungen auf der Warteliste. Könnten die Primarschüler künftig am Juch nähen und werkeln, könnten die bisherigen Räume im Farlifang dem Hort samt Mittagstisch zugesprochen werden. Eine gute Lösung für Primarschüler, Hortkinder und berufstätige Eltern. Eine vielleicht zu teure Lösung findet die Rechnungsprüfungskommission. Sie beantragt, den Kredit zurückzuweisen. Sie anerkennt zwar, dass es einen Raumbedarf für die schulische ­Tagesbetreuung gibt. Der Nachweis, dass auch kostengünstigere Alternativen diesen Bedarf abdecken könnten, sei aber nicht erbracht worden. Zudem bemängelt sie eine Schwankungsbreite von 20 Prozent bei der Berechnung.

Thomas Epprecht, Vorsteher Liegenschaften, sagt dazu: «Die Gemeinde war mit dieser grösseren Kosten-­Unsicherheit als üblich auch nicht ganz glücklich und hatte nach der Verabschiedung des Beleuchtenden Berichts am Projekt weitergearbeitet. Nun ist es soweit, dass exaktere Zahlen vorliegen, womit keine aussergewöhnliche Schwankungsbreite mehr besteht.»

Die neue Präsidentin der Schulpflege, Laetitia Dahl-Bünger, sieht auch die Möglichkeiten nach Alternativen begrenzt. «Die Räume müssen ja im direkten Umfeld zur Schule entstehen.»

Die Zahlen steigen weiter

Die Präsidentin der Schulpflege plädiert eindringlich für den geplanten zweistöckigen Neubau in Holzmodulbauweise und verweist auf die steigenden Zahlen. «Die Anzahl der betreuten Kindergartenkinder im Schulhaus Farlifang ist in den letzten drei Jahren stark angestiegen. Während im zweiten Semester 2015 noch 135 Kinder für den Mittagstisch gemeldet waren, sind es im Jahr 2021 bereits 211 gewesen; in der Hortbetreuung entwickelte sich die Zahl im selben Zeitraum von 74 Kindern zu 136 Kindern. ­Damit weist Zumikon eine der höchsten Betreuungsraten im Kanton ­Zürich auf. Zurzeit besteht für die Mittagstischbetreuung für aus­gewählte Tage eine Warteliste, da die Kapazitäten vollständig aus­geschöpft sind», heisst es dazu im Bericht des Gemeinderats, der die Annahme des Kredits empfiehlt. Als flankierende Massnahme hatte die Schulpflege den Nachmittagsunterricht von zwei auf drei Nachmittage verteilt. Aber auch das brachte nicht die erwünschte Entlastung.

«Die schulische Tagesbetreuung ist kein freiwilliges Angebot. Wir sind verpflichtet diese anzubieten», erklärt Laetitia Dahl-Bünger. Sie hofft, dass zahlreiche Mütter und Väter den Weg zur Gemeindeversammlung finden, um abzustimmen. Denn das Problem wird sich nicht von alleine lösen: Auch das Chinderhuus für die kleineren Kinder ist ausgebucht. Die Zahl der zu betreuenden Kinder wird somit nicht fallen.


Gemeindeversammlung, 26. November, 10 Uhr, Gemeindesaal, mit Kinderbetreuung

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