Eine glatte Sache

Von Birgit Müller-Schlieper ‒ 23. November 2023

Bei den GCK Lions trainieren fast 500 Jugendliche. Ob zum Spass oder als Spitzensportler, im Spiel geben sie alles. Auch die Mädchenmannschaft setzt sich auf dem Eis durch.

Konzentration beim Bully: Claudio Micheli gibt den Puck zurück ins Spiel. (Bild: bms)
Konzentration beim Bully: Claudio Micheli gibt den Puck zurück ins Spiel. (Bild: bms)

Montagabend, halb sechs. In der Halle der Kunsteisbahn Küsnacht KEK drehen die Eiskunstläuferinnen ihre Runden. Eine Sportlerin dreht sich, zieht ein Bein anmutig zur Bielmann-Pirouette in die Luft. Auf dem Aussenfeld geht es etwas ruppiger zu und her. Zwei U13-Teams der GCK Lions trainieren. Pfeift Trainer Claudio Micheli, wird gewechselt. Die Jungen rasen an die Bande, nehmen das Tor oder klettern einfach darüber. Erstmal einen Schluck Wasser. Dann werden Spielzüge diskutiert. Nicht alle Kommentare sind druckreif.

Angebot in der Breite

Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es die GCK Lions, von Anfang an hat sich der Verein um den Nachwuchs gekümmert. Natürlich sollen Spitzensportler und Profis nachkommen. Aber es geht auch in die andere Richtung. «Von der ­Spitze in die Breite» ist die andere ­Devise; es sollen auch die gefördert werden, die aus Spass dabei sein wollen. Für Fabio hingegen steht fest, dass er weit kommen will. Der Zwölfjährige trainiert drei bis vier Mal die Woche. Dabei kommt er aus Wald. Das heisst, dass sich Mama oder Papa jedes Mal ins Auto setzen müssen. Zu der Fahrzeit kommen 75 Minuten Training und warten an der kalten Bande. Mit fünf Jahren hat Fabio mit Eishockey angefangen; er ist keine grosse Ausnahme. In der jüngsten Kategorie U9 sind viele Knirpse mit von der Partie. Da müssen Mama, Papa oder auch die Trainer helfen, die schwere Montur mit den Schonern anzuziehen. Eishockey gilt als verletzungsträchtiger Sport. «Ja, es kann mal zu einem Bruch am Handgelenk kommen. Aber das ist die Ausnahme. Und ehrlich gesagt, wenn die Kinder verletzt sind, kommt das in den meisten Fällen vom Trampolin im Garten oder passiert beim Skifahren», so Claudio Micheli.

Blaue Flecken gehören dazu

Rund 450 Junioren trainieren in den unterschiedlichen Kategorien des GCK, darunter auch viele Jugendliche aus Zollikon und Zumikon. Wie der elfjährige Gabriel. Er trainiert seit fünf Jahren auf der KEK und ihm ist klar, dass er Profi werden möchte. Die blauen Flecken, die er ab und zu nach Hause bringt, stören ihn nicht. «Das gehört dazu.» Das findet auch Matteo. Er kommt aus Erlenbach zum Training. Allein in der U13-Kategorie spielen drei Mannschaften. Elite, Top und die A-Mannschaft. Das heisst auch, dass unzählige Trainingsstunden angeboten werden müssen. «Wir haben zu wenig Eisfläche», erläutert der Trainer. Daher werde schon morgens um sechs Uhr trainiert. Um acht Uhr sässen die Jungs dann frisch geduscht in der Schule. Dabei – es sind nicht nur Jungen. Seit fünf Jahren gibt es ein Lions Girls-Team. In der Saison 21/22 schaffte es sogar den Aufstieg. Die Mädchen seien keineswegs zaghafter als die Buben. «Die spielen absolut tough, sind im Training sogar aufmerksamer und konzentrierter.»

Fussball und Tennis im Sommer

Neben Claudio Micheli trainieren Marcel und Dominik Schmid die Jungen, geben in den kurzen Pausen Anweisungen, feuern an und flitzen über die spiegelglatte Fläche. Eishockey ist nicht nur ein kampfbetonter Sport, Eishockey ist vor allem Geschwindigkeit. Es wird ­gespurtet, gebremst, neu Tempo ­gemacht. Aus den Gittern vor dem Gesicht steigt warme Atemluft nach oben. Die Haare unter dem Helm sind verklebt. Um im Winter die Kondition zu haben, wird auch im Sommer trainiert. «Viele Jungen spielen nebenbei Fussball oder Tennis», weiss Claudio Micheli. Doch auch der GCK bietet Polysport in den umliegenden Turnhallen an, parallel kann im eigenen Kraftraum geschwitzt werden.

Das Training am Montagabend ist beendet. Die Eismaschine macht das Eis für die nächste Gruppe parat. Die Jungen schleppen ihre riesigen Taschen und Schläger zu den wartenden Eltern auf dem Parkplatz. Im besten Fall warten zu Hause keine Ufzgis mehr.

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