Fohrbach mit Piratenschiff

Von Franca Siegfried ‒ 23. November 2023

Die Baueingabe für die Gesamtsanierung der Schwimmanlage beginnt im Dezember, alles scheint auf Kurs, die Kosten sind jedoch um 4,8 Millionen Franken höher als geplant und vom Stimmvolk abgesegnet. Eine erste Bestandsaufnahme.

Auch wenn das Piratenschiff bleiben darf: Bei einem Kostenüberschuss von fast 5 Millionen speit das Seeungeheuer mehr als nur Wasser. (Archivbild)
Auch wenn das Piratenschiff bleiben darf: Bei einem Kostenüberschuss von fast 5 Millionen speit das Seeungeheuer mehr als nur Wasser. (Archivbild)

Die Gesamtsanierung Fohrbach ist auf Kurs. Der Baustart beginnt Ende September 2024, das Schwimmbad wird für 20 Monate geschlossen bleiben. Mit einem Gastronomieneubau und einer Photovoltaikanlage soll in der Sommersaison 2026 wieder eröffnet werden. So plant zumindest die Gemeinde. Für die Sanierung ist Gemeinderat André Müller (FDP) zuständig. Vor einem Jahr hat die Stimmbevölkerung einen Baukredit von 44,7 Millionen Franken an der Urne angenommen. Jetzt ist das Bauprojekt abgeschlossen und im Dezember erfolgt die Baueingabe. Die Projektplanung präsentierte das Architektenteam dem Gemeinderat mit ­einem Kostenvoranschlag von 49,5 Millionen Franken für die kommende SIA-Phase. Die Kosten sind aktuell um 4,8 Millionen Franken höher als ursprünglich geplant – und gutgeheissen.

Verlangsam der Baupreise

Gemäss der Medienmitteilung bewegt sich der aktuelle Kostenvoranschlag im Rahmen der Kostengenauigkeit der Baukreditvorlage von plus-minus 15 Prozent. Der ­gestiegene Baupreisindex sei der Hauptgrund für die höher anfallenden Kosten. Zu den Baupreisen hat Marco Schmid, Experte der Immobilienbewertung und Beratung ­Wüest Partner, eine differenzierte Sichtweise: «Es gibt eine Verlangsamung des Anstiegs der Baupreise», sagt er. «Der Baupreisindex für Hochbau ist innert Jahresfrist von April 2022 bis April 2023 um 4,2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Halbjahr Oktober 2022 bis ­April 2023 sogar nur um 1,0 Prozent.» Matchentscheidend für die Baupreise seien die Kosten für das Baumaterial. «Der Materialpreisindex hat den Peak von Mai 2022 jedoch überschritten und lag im April 2023 deutlich unter Vorjahres­niveau.» Zum Beispiel sei der Preis für Baustahl um rund ein Drittel gefallen. «Die Lieferkettenunterbrüche aus den Monaten der Pandemie sind wieder geschlossen. Allerdings sind die Energiepreise gemäss Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) seit Sommer 2022 um 13 Prozent gestiegen.» Die Entwicklung der Energiepreise sei aufgrund des Krieges in der Ukraine noch weiter unsicher. Fakt ist auch, dass die 4,8 Millionen Zusatzkosten zusätzliche Massnahmen beinhalten: Etwa einen Grauwassertank für das Dachwasser zur Bewässerung und eine nachhaltige Badewasserauf­bereitung. Und der Lieblingsort der Zolliker Kinder bleibt erhalten – das Piratenschiff – ein Badespass für wilde Abenteuer. «Zu berücksichtigen ist, dass die ­Sanierung einer Schwimmanlage ein Spezialbau ist und der offizielle Hochbauindex deshalb nur bedingt darauf anwendbar ist», ergänzt ­Marco Schmid von Wüest Partner. Bleibt zu hoffen, dass im Sommer 2026 die definitive Bauabrechnung keine kalte Dusche für Zollikons Gemeinderat wird.

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