Pilzzucht – ein Selbstversuch

Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 8. Dezember 2023

Von der Auswahl der Sorten bis zur Schaffung optimaler Wachstumsbedingungen. Kleine Einführung in die Kunst der Pilzzucht.

Binnen dreier Tage wachsen die Pilze in der Küche wie kleine Fingerlein aus dem Substrat zu essbaren, geöffneten Pilzkappen. (Bild: cef)
Binnen dreier Tage wachsen die Pilze in der Küche wie kleine Fingerlein aus dem Substrat zu essbaren, geöffneten Pilzkappen. (Bild: cef)

Das letzte Gemüse aus dem Garten ist geerntet; die Pflanzen ruhen bereits unter dem ersten Schnee. Eine Pilzzucht kann jedoch die Erntefreuden beliebig verlängern. Die kühleren Temperaturen kommen vielen Pilzen entgegen. Die Auswahl der Sorten spielt eine entscheidende Rolle; sie ist abhängig von individuellen Präferenzen und klimatischen Bedingungen. Um erfolgreich in die Welt der Pilzzucht einzusteigen, sind ein paar grundlegende Informationen unerlässlich.

Tägliche Freude

Mit dem Geschenk einer Kultur Austernseitlinge musste ich mich kurzerhand in ein neues Hobby eindenken. Das fortschreitende Wachstum zu beobachten ist jedoch eine tägliche Freude. Mein «Glückspilz» ­bevorzugt Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad Celsius. In einem Zimmer zum Garten kann ich diese Temperaturen konstant halten. Austernseitlinge benötigen nicht viel Licht. Das indirekte Licht vom Fenster hilft den Pilzen jedoch zur Orientierung. Das Pilzsubstrat halte ich mit einem Wasserspray stets feucht. Wie kleine Fingerlein wuchsen die Pilze nach wenigen Tagen aus dem Substrat. Schnell waren auch die Pilzkappen zu erkennen. Es dauerte lediglich drei Tage, bis diese sich öffneten und ich erstmals ernten konnte. Dies, bevor die Lamellen vollständig gereift sind und die Ränder der Pilzkappen sich nach aussen biegen. Grossartig ist, dass das Substrat nach der Ernte regeneriert – und der Austernseitling mehrmals aus demselben Substrat wachsen kann, solange dieses noch Nährstoffe enthält.

Vorbereitung des Substrats

Beliebte Sorten für die heimische Pilzzucht sind Champignons, Shiitake, Kräuter- und Austernseitlinge. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pflanzen betreiben Pilze keine Photosynthese, sondern ernähren sich von organischen Materialien. Entscheidend ist das geeignete Sub­strat, auf dem die Pilze gedeihen können. Ob eine Mischung aus Stroh, Holzspänen, Kaffeesatz oder anderen organischen Materialien hängt von der gewählten Pilzart ab. Die richtige Vorbereitung des Sub­strats einschliesslich Sterilisation ist entscheidend, um unerwünschte Konkurrenz durch andere Mikroorganismen zu verhindern.

Drinnen oder draussen

Die Entscheidung zwischen Indoor- oder Outdoor-Zucht hängt von den spezifischen Anforderungen der Art ab. Während einige Pilze dunklere Bedingungen bevorzugen, benötigen andere Licht. Wichtig ist die Schaffung der optimalen Umgebung. Obwohl der Herbst oft günstige natürliche Verhältnisse bietet, müssen Temperatur und Feuchtigkeit überwacht werden – sie sind wesentliche Faktoren für den Erfolg. Die Pilzzucht ist eine faszinierende Möglichkeit, Natur direkt in die eigene Küche zu holen. Mit der richtigen Vorbereitung und nötigen Sorgfalt können Sie sogar das ganze Jahr über selbst gezüchtete Pilze geniessen.

Für Anfänger gibt es in Fachgeschäften die biologische «Pilzbox made in Switzerland» zu kaufen. Alles ist dabei – samt der präzisen Anweisung. Guten Appetit!



Natur Pur Monatlich aus der Natur

Auch wer keinen sogenannt grünen Daumen hat, Gelegenheit, Neues zu entdecken, gibt es immer. Auch im Winter. Etwa die geheimnisvolle Welt der Pilze. Sie betreiben keine Photosynthese, sondern beziehen ihre Nahrung aus toten oder lebenden Organismen. Der Zolliker Zumiker Bote hat es ausprobiert. (zzb)

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