Verkauf Sanaspans genehmigt

Von Joël J. Meyer ‒ 8. Februar 2024

Der Zolliker Gemeinderat hat dem Kaufrechtsvertrag des Ferienheims zugestimmt. Auf dem Weg zum Verkauf müssen jedoch noch einige Hürden überwunden werden.

Spiel und Spass im Sanaspans – es fragt sich, wie lange noch. (Bild: zvg)
Spiel und Spass im Sanaspans – es fragt sich, wie lange noch. (Bild: zvg)

Unlängst informierte die Gemeinde Zollikon auf ihrer Webseite, dass der Gemeinderat den Verkauf des Ferienhauses ­Sanaspans genehmigt hat. Ein ­wenig überraschend, denn seit der zweitägigen Gemeindeversammlung vom Juni 2023, an der die Stimmberechtigten dem Verkauf zugestimmt hatten, war es ruhig um die Liegenschaft gewesen. «Für uns heisst es Abwarten und Teetrinken», sagte Markus Gossweiler, ehemaliger Gemeindeschreiber, letzten November noch, als der Zolliker Zumiker Bote nachgefragt hatte, wie es um den Verkauf stehe.

Während des Teetrinkens ist nun offensichtlich ein Vertrag zustande gekommen. Laut dem Verhandlungsbericht der Gemeinderats­sitzung vom 17. Januar hat der ­Gemeinderat dem Vertrag zum Verkauf an die Domenig Immobilien AG zugestimmt, die Liegenschaftsabteilung befasst sich nun mit dem Vollzug des Verkaufs. Mit der Zustimmung zum Kaufvertrag scheint die Sache für Zollikon auf den ersten Blick erledigt zu sein, doch dem ist noch nicht so, sind doch noch einige Hürden zu überwinden – alle ausserhalb des gemeinderät­lichen Einflussbereichs.

Unbekannter Abstimmungstermin

Die Domenig Immobilien AG entwickelt ihr Bauprojekt auf der Basis des Verkaufsvertrags. Dies tut sie auf eigene Kosten und Risiken, ihr Vorprojekt wird zurzeit beim Amt für Raumentwicklung des Kantons Graubünden geprüft. Das Projekt könnte also abgelehnt oder nur ­teilweise bewilligt werden. Kommt dazu, dass die Gemeinde Vaz/Obervaz die für das Projekt erforderlichen Umzonungen der Landparzellen vor das Stimmvolk bringen will, wahrscheinlich an einer Gemeindeversammlung. Wann diese stattfinden soll? «Aktuell haben wir noch keinen Abstimmungstermin definiert», sagt Maurin Malär, der Gemeindepräsident von Vaz/Obervaz. Auch hier herrscht Unklarheit. Sicher ist also nur, dass der Verkauf scheitert, wenn der Souverän die Ein- und Umzonungen ablehnt. Unabhängig von der Abstimmung bestehen überdies Möglichkeiten, juristische Schritte gegen das Projekt einzuleiten, Einsprachen beispielsweise.

Wie also geht der Zolliker Gemeinderat mit dieser Situation um? Mehr als bis zur Verkaufsabwicklung zu warten, bleibt ihm tatsächlich nicht. Der eigentliche Verkauf der Liegenschaft ist erst möglich, wenn das Land rechtskräftig ein- und umgezont und die Teilrevision der Ortsplanung durch die Bevölkerung der Gemeinde Vaz/Obervaz angenommen ist, sagt Melanie Marday-Wettstein, Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde Zollikon. Klappt der Verkauf aufgrund der Lokalpolitik, der Umzonung oder wegen einer fehlender Baubewilligung bis Ende 2027 nicht, können beide Parteien ohne weiteres vom Vertrag zurücktreten. Das wäre nicht im Sinne des Entscheids der Gemeindeversammlung, doch steht bei allen Unklarheiten damit immerhin ein Stichtag fest.

Fertig «Juhui»?

Wie es mit dem Ferienheim weitergeht, beschäftigt auch die Juhui ­Ferien AG, die es von der Gemeinde Zollikon mietet und betreibt. Für diese Zwischenverwendung haben die Geschäftsleiter Jonas und David Raess bis Ende April 2025 einen ­Vertrag, der allenfalls noch um ein Jahr verlängert werden kann. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei sehr konstruktiv und transparent, aber was in den nächsten Jahren passiert, ist auch für sie ungewiss. Schade, findet Jonas Raess: «Es war von A bis Z ein Erfolgshaus.»

Das Ferienheim am schönsten Ort der Lenzerheide werde Jahr um Jahr beliebter, diesen Winter sei es nahezu immer vollständig ausgelastet gewesen, die Nachfrage bleibe gross. Trotzdem ist Jonas Raess zu­versichtlich: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass innerhalb von zwei bis drei Jahren alles durch ist.» Mit allen möglichen Hürden und Verzögerungen ist es jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass Jonas und ­David Raess noch einige Zeit das Ferienheim führen, bis sie es endgültig aufgeben müssen. Bis dann bleibt ihnen auch nichts anderes als Abwarten und Teetrinken.

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